12.02.2010 | Redakteur: Jürgen Schreier
Fast jeder zweite berufliche Internet-Nutzer verwendet das Web während der Arbeit auch für private Zwecke. Das hat der Hightech-Verband Bitkom in Berlin mitgeteilt.
Wer arbeitet, der solle mehr verdienen als derjenige, der nicht arbeitet. Mit dieser Bemerkung in Anspielung auf das aktuelle Hartz-IV-Urteil hat Bundesaußenminister Westerwelle für Unmut auf der politischen Bühne gesorgt. Allerdings: Viele, die arbeiten, arbeiten gar nicht so viel, wie es zunächst den Anschein hat. Den jeder zweite Mitarbeiter, der das Internet beruflich nutzt, nutzt dieses am Arbeistplatz auch privat. Dabei die private Nutzung angesichts der bevorstehenden Winter-Olympiade und der Fußballweltmeisterschaft bald drastisch zunehmen.
Der ITK-Verband Bitkom rät deshalb Unternehmen, klare Regeln für die private Internet-Nutzung im Job zu formulieren. „Gerade bei sportlichen Großereignissen wollen viele Mitarbeiter die Wettkämpfe auch während der Arbeitszeit mitverfolgen“, sagte Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. „Arbeitgeber sollten offen mit der privaten Internetnutzung am Arbeitsplatz umgehen. Sie sollten Regeln formulieren, eine geordnete und richtig dosierte Internetnutzung zulassen und gleichzeitig ein exzessives, die Arbeitsleistung beeinträchtigendes Surfen im Web verhindern.“
Bitkom-Präsident Scheer: „Die Grenzen zwischen Job und Privatleben sind in der digitalen Ära längst gefallen.“ Das gilt umgekehrt genauso: Zwei Drittel (65%) der berufstätigen Anwender nutzen das Netz in der Freizeit auch beruflich. „Viele sind nach Büroschluss für Kunden, Kollegen oder Chefs per Internet und Handy erreichbar. Sowohl Firmen als auch Arbeitgeber profitieren also von einer gewissen Flexibilität im Umgang mit dem Web.“
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