Tarifverhandlungen

Metallindustrie erleichtert über Pilot-Tarifabschluss

18.02.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser begrüßt den Tarifabschluss im Pilotbezirk Nordrhein-Westfalen: „Dieser Abschluss ist ein eindrucksvolles Zeichen gemeinsamen Krisenmanagements.“ Bild: Gesamtmetall

Der Vorstand des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall hat das am Donnerstag in Düsseldorf vereinbarte „Krisenpaket 2012“ für die Metall- und Elektro-Industrie einstimmig zur Übernahme in den anderen Tarifgebieten empfohlen. Der Abschluss sei ein Zeichen gemeinsamen Krisenmanagements, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser laut einer Mitteilung des Verbandes.

Dies gelte für den Inhalt ebenso wie für das Verfahren, meinte Kannegiesser weiter: „Wir haben nach intensiven Verhandlungen gut zwei Monate vor Ablauf der geltenden Tarifverträge eine Einigung auf friedlichem Wege gefunden – das hat es so noch nie gegeben“.

Krisen-Tarifpaket mit zwei wichtigen Punkten

Das Krisenpaket für Nordrhein-Westfalen umfasst laut Mitteilung vor allem zwei Punkte:

  • Die im April auslaufenden Entgelt-Tarifverträge werden für elf Monate verlängert. Die Beschäftigten in der M+E-Industrie erhalten zwei Einmalzahlungen von je 160 (Auszubildende: je 60) Euro, die am 1. Mai und am 1. Dezember 2010 ausgezahlt werden. Zum 1. April 2011 werden die Tabellenentgelte für eine Laufzeit von zwölf Monaten um 2,7% erhöht. Der Beginn dieser Tabellenerhöhung kann durch freiwillige Betriebsvereinbarungen um zwei Monate nach vorne oder hinten verschoben werden.
  • Mit dem neuen Tarifvertrag „Zukunft in Arbeit (ZiA)“ werden die Kosten der Kurzarbeit gesenkt, indem Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf zwölf Monate verteilt und in die Berechnung des Kurzarbeitergeldes einbezogen werden. Zudem schafft dieser Tarifvertrag eine freiwillige, bis Mitte 2012 befristete Alternative zur gesetzlichen Kurzarbeit: Die Arbeitszeit kann bis auf 26 Stunden sinken, die Arbeitnehmer erhalten einen Teillohnausgleich.

Erhalt von Arbeitsplätzen prägt Tarifrunde

Mit dem „Krisenpaket 2012“ hätten beide Seiten auf gewohnte Rituale verzichtet, den Erhalt der Arbeitsplätze in der Krise erleichtert, den Betrieben für die nächsten 25 Monate Planungssicherheit gegeben und die Entgelterhöhungen in einem vertretbaren Rahmen gehalten. Dies sei die richtige Antwort auf die in diesem Ausmaß bislang einmalige Krise der Branche.

Auch der VDMA hat den Tarifabschluss im Pilotbezirk Nordrhein-Westfalen begrüßt. „Das Ergebnis zeigt, dass sich die Tarifparteien erfolgreich darum bemüht haben, der äußerst schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der sich die meisten Unternehmen derzeit befinden, weitgehend Rechnung zu tragen“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Dr. Hannes Hesse. Die Vereinbarungen der Tarifparteien, insbesondere zur Arbeitsplatzsicherung, könnten aber den einzelnen Unternehmer nicht von seiner Verantwortung entbinden, die notwendigen personalpolitischen Entscheidungen zu treffen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 337207)

Hersteller & Lieferanten

MB Maschinen GmbH

63599 Biebergemünd | Deutschland

Firmenprofil

ISOLOC-Schwingungstechnik GmbH

70499 Stuttgart | Deutschland

Firmenprofil

Karl Späh GmbH & Co. KG

72516 Scheer | Deutschland

Firmenprofil