25.02.2010 | Autor / Redakteur: Rainer Busch, Christian May und Yacheng Wang / Claudia Otto

Ob ein Unternehmen in China erfolgreich ist, hängt maßgeblich von den entsandten Mitarbeitern ab. Häufig wird zu wenig Augenmerk auf die kulturellen Besonderheiten des Landes und die dafür benötigten Qualifikationen der Führungskräfte gelegt.
Gerade für den deutschen Mittelstand stellt sich derzeit die Frage, ob und wie man sein Chinageschäft starten möchte und diesen aussichtsreichen und risikobehafteten Schritt strategisch gut vorbereitet. Denn im Gegensatz zu global agierenden Konzernen kann ein Scheitern auf dem chinesischen Markt für manchen Mittelständler auch das Fortbestehen des Unternehmens im Kerngeschäft, also auf den heimischen Märkten, ernsthaft gefährden.
Im Chinageschäft stellen immer schnellere Innovations- und Markteinführungszyklen sowie eine wachsende Komplexität der Zielmärkte, Produkte und Dienstleistungen hohe Anforderungen an das Management. Hinsichtlich der wechselseitigen Beziehung zwischen China und Deutschland mangelt es ferner an spezifischem Management-Know-how sowie der notwendigen Sensibilität für kulturelle Besonderheiten des Zielmarktes. Ohne ein Eingehen auf diese Unterschiede ist Erfolg nur bedingt möglich.
Entscheiden Unternehmen, sich näher mit dem chinesischen Markt zu beschäftigen, ist „Guanxi“ einer der ersten Begriffe, mit denen sie bei der Suche nach geeigneten Geschäftskontakten konfrontiert werden. Doch nach wie vor ist das Wissen um den Erfolgsfaktor nur sehr gering ausgeprägt. Vielmehr wird der Begriff oft mystifiziert und teils auf das Thema Korruption reduziert. Dabei steht Guanxi für den Aufbau von komplexen interpersonalen Beziehungen zwischen Geschäftspartnern und stellt somit den ersten Schritt einer erfolgreichen Kooperation dar.

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