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Compliance

Wie der Regelberg zu bezwingen ist

05.08.2008 | Autor / Redakteur: Helfried Pirker / Jürgen Schreier

Die Skandale deutscher Großunternehmen haben die Debatte um die zuverlässige Einhaltung von Compliance-Richtlinien wieder aufflammen lassen. Nachdem bereits in den USA Betrugsskandale zu scharfen Reglementierungen – Sarbanes-Oxley Act und Basel II – eingeführt haben, wird nun auch in Europa wieder verstärkt über die Einhaltung rechtlicher Vorschriften und die Selbstverpflichtung der Unternehmen diskutiert.

In Unternehmen bedeutet Compliance die Sicherstellung und Überwachung der Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben ebenso wie die Selbstverpflichtung der Unternehmen eigene Regeln einzuhalten. Diese sind in vielen Fällen an die ethischen Leitfäden des Unternehmens gebunden und können auch von Anteilseignern oder dem Aufsichtsrat der Firma aufgestellt werden. Durch sie soll der Missbrauch von vertraulichen Daten und daraus folgenden möglichen Schadensersatzklagen ebenso wie ein Imageschaden des Unternehmens abgewehrt werden.

Die meisten Großunternehmen haben heute eigene Abteilungen und Compliance Manager, die die Einhaltung aller Vorgaben überwachen. Soviel zu den theoretischen Grundlagen der Compliance. Dass Konzerne solche Selbstverpflichtungen zwar eingegangen sind, sie aber zum Teil nicht eingehalten haben, zeigten vor allem die Bilanzskandale der amerikanischen Großunternehmen Enron und Worldcom vor einigen Jahren.

Hier reagierte die US-Justiz 2002 mit dem Sarbanes Oxley Act, der die verlässliche und wahrheitsgetreue Berichterstattung der Unternehmen garantieren sollte und die Strafvorschriften für Vergehen wesentlich verschärfte. CEOs und CFOs haften seit Inkrafttreten persönlich für fehlerhafte oder geschönte Bilanzen. Ziel dieser Verordnungen ist es das Vertrauen der Anleger und der Öffentlichkeit in die Richtigkeit der veröffentlichten Finanzdaten zu stärken.

Scharfe Kontrollen durch Basel II

Auch in Europa wurden Finanzunternehmen in den letzten Jahren mit juristischen Mitteln verstärkt unter Druck gesetzt. Das Mammut-Regelwerk Basel II gilt seit letztem Jahr für alle Kreditinstitute und Finanzdienstleister. Basel II setzt neben einer Mindestanforderung an Eigenkapital auf den bankenaufsichtlichen Überwachungsprozess und eine Erweiterung der Offenlegung.

Bei der Erfassung von Risiken muss dabei auch das operative Risiko der Banken durch interne Verfahren, Mitarbeiter, Systeme oder bankinterne Ereignisse einbezogen werden. Weltweit gibt es immerhin über 10000 Compliance-Vorschriften, von denen viele von weltweit operierenden Unternehmen beachtet werden müssen. Trotz der verschärften Bestimmungen haben erneute Datenskandale und Schmiergeld-Affären bei repräsentativen Firmen wie Siemens und der Telekom das Image und die Glaubwürdigkeit deutscher Unternehmen stark geschädigt. So ist es nicht verwunderlich, dass damit einhergehend auch die Diskussion um zuverlässige Compliance-Lösungen neu entflammt ist.

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