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Risikomanagement

Compliance im Unternehmen erfolgreich umsetzen

24.09.2008 | Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Jürgen Schreier

Dr. Markus Maier: „Der Mittelstand fängt gerade an, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Ich war in diesem Jahr auf vielen Konferenzen und habe dort auch viele Mittelständler getroffen, die sich der Compliance-Problematik durchaus bewusst und überlegten, wie man mit dem Thema im Unternehmen umgehen soll.“
Dr. Markus Maier: „Der Mittelstand fängt gerade an, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Ich war in diesem Jahr auf vielen Konferenzen und habe dort auch viele Mittelständler getroffen, die sich der Compliance-Problematik durchaus bewusst und überlegten, wie man mit dem Thema im Unternehmen umgehen soll.“

Die jüngsten Wirtschaftsskandale zeigen deutlich, dass die Einhaltung von Gesetzen, Regelwerken und internen Unternehmensrichtlinien beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Wie man regelkonformes Handeln – Compliance genannt – erfolgreich im Unternehmen umsetzt, darüber sprachen wir mit Dr. Markus Maier, für Deutschland zuständiger Compliance-Experte von Integrity Interactive.

Regeltreue sei zum Modethema geworden, konnte man unlängst in der Presse lesen. Nur Modethema oder Notwendigkeit, der sich die Unternehmen stellen müssen?

Maier: Nun, Compliance ist lediglich eine neue Wortschöpfung für etwas, das eigentlich immer da gewesen ist. Compliance bedeutet die Einhaltung von Gesetzen und Regeln – auch von internen Firmenrichtlinien. Was jetzt Compliance heißt, ist als Thema selbst schon immer präsent gewesen.

Ist die Sensibilität für das Thema Compliance angesichts der Schmiergeldskandale der jüngsten Zeit – Stichwort Siemens – gewachsen?

Maier: Auf jeden Fall ist die Sensibilität gewachsen – auch und gerade wegen des Siemens-Skandals. Man nimmt heute solche Themen in der Öffentlichkeit viel bewusster wahr. Natürlich hätte ein Fall wie Siemens auch vor vier oder fünf Jahren in der Presse gestanden. Doch hätte er wohl lange nicht die Resonanz erreicht wie heute.

Andererseits beklagt Transparency International, dass bis heute nur wenige deutsche Unternehmen den UN-Verhaltenskodex Global Compact unterzeichnet hätten. Spricht das nicht gegen die These eines gestiegenen Problembewusstseins?

Maier: Ich glaube nicht, dass alleine der Beitritt zu solchen Organisationen ein Unternehmen wirklich weiterbringt. Auch Siemens war Mitglied des Global Compact. Wie man sieht, hatte das in der Praxis keinen großen Erfolg. Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger für ein Unternehmen, von sich aus intern tätig zu werden, geeignete Strukturen aufzusetzen und Abteilungen zu etablieren, die für die Einhaltung der Regeln und Gesetze sorgen und die Mitarbeiter entsprechend schulen.

In vielen Emerging Markets wie China oder Indien ist das Gewähren geldwerter Vorteile im Geschäftsleben nicht unüblich. Inwieweit können sich deutsche Unternehmen, die dort aktiv sind, diesen Gepflogenheiten entziehen?

Maier: Ja, wir hören immer wieder Unternehmen, die sich äußern: Wenn man in einer bestimmten Region Geschäfte machen möchte, kommt man nicht umhin, dass dort bestimmte Gelder fließen. Andernfalls könnte man da eben keine Geschäfte machen. Diese Unternehmen machen es sich etwas zu einfach, da auch in diesen Ländern strenge Gesetze gelten und Korruption keineswegs erlaubt ist. Deutsche Unternehmen sollten vielmehr versuchen, ihre Geschäfte auch ohne derartige Leistungen abzuwickeln. Deutsche Produkte haben weltweit einen hervorragenden Ruf, weshalb man auch ohne Bestechungsgelder weltweit erfolgreich sein kann.

 

Compliance

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