12.01.2010 | Redakteur: Jürgen Schreier
Rund 375 der Unternehmen in Deutschland waren in den letzten drei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität. Mehr als zwei Drittel der von KPMG 300 befragten Unternehmen (67%) gehen davon aus, dass das Ausmaß wirtschaftskrimineller Handlungen weiter zunehmen wird durchgeführt hat.
Frank M. Hülsberg, Leiter des Bereichs Forensic bei KPMG: „Trotz dieser alarmierenden Ergebnisse unterschätzen vor allem mittelständische Unternehmen noch immer die Gefahr, Opfer von Wirtschaftskriminalität zu werden.“ Jedes zweite mittelständische Unternehmen wiegt sich in laut KPMG-Umfrage in trügerischer Sicherheit: 56% sind der Meinung, ihr Betrieb sei weniger anfällig für Wirtschaftskriminalität als ein Großunternehmen. Drei von vier mittelständischen Unternehmen (76%) glauben, die getroffenen Präventionsmaßnahmen seien ausreichend.
„Inhaber- oder familiengeführte Unternehmen setzen bei ihren Mitarbeitern auf das Vertrauensprinzip. Doch damit machen sie sich auch angreifbar, denn die Erfahrung zeigt, dass grundlegende Kontrollmechanismen wie die Funktionstrennung und das Vieraugenprinzip oft vernachlässigt werden“, weiß KPMG-Experte Hülsberg.
Laut Umfrage ist für 69% der mittelständischen Unternehmen die Gelegenheit zum Vertrauensmissbrauch die wichtigste Ursache für wirtschaftskriminelle Taten. Die Studie zeigt, dass sich in mittelständischen Unternehmen Mitarbeiter überwiegend mit externen Dritten zusammentun, um dem Betrieb Schaden zuzufügen. Dies war in zwei von drei Fällen wirtschaftskrimineller Handlungen so (62%). Bei Großunternehmen dagegen liegt diese Quote bei nur 40%.
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