25.02.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse
Auch bei der Kommunikation der ethischen und rechtlichen Grundsätze sowie Handlungsanweisungen würden sich Defizite zeigen. Zwar nutzten 85% der Befragten unternehmensinterne Kommunikationswege wie Meetings und Rundschreiben, und 65% verfügten über ein Compliance-Handbuch.
Externe Adressaten würden jedoch selbst die Unternehmen, die diese Zielgruppe in ihrem Compliance-Programm identifiziert haben, nur in zwei von drei Fällen ansprechen. Damit kenne jeder dritte unternehmensexterne Geschäftspartner nicht die Regeln, an die er sich halten soll.
Defizite zeige die Studie auch bei der inhaltlichen Ausrichtung der Compliance-Programme auf. So bleibe der Umgang mit Spenden und Sponsoring bei 30% der Befragten ungeregelt und gut jedes dritte Unternehmen befasse sich nicht mit wettbewerbswidrigen Absprachen. Zudem hätten gut 30% der börsennotierten Befragten keine expliziten Regeln und Vorkehrungen zur Abwehr von Insiderhandel.
Compliance-Vereinbarungen und Programme sind laut Beratern nur dann sinnvoll, wenn ihre Einhaltung auch überwacht und dokumentiert wird. Bei knapp neun von zehn Unternehmen gebe es mindestens einmal jährlich einen Compliance-Report für die Geschäftsleitung, sieben von zehn Befragten hätten zudem ein internes Monitoring.
Demgegenüber habe erst jedes vierte Unternehmen seine Mitarbeiter dazu befragt, in wie weit sie das Compliance-Programm kennen und unterstützen. Einer unabhängigen externen Prüfung hätten sich bislang 35% der Befragten unterzogen.
Ein wesentlicher Faktor für die Wirksamkeit von Compliance-Programmen ist nach Angaben von PWC die Unternehmenskultur. Unternehmen mit einer positiven Unternehmenskultur, das heißt starkem Zusammenhalt unter den Mitarbeitern, hoher informeller Sozialkontrolle und niedriger Toleranz gegenüber Regelverstößen, würden deutlich seltener Fälle von Wirtschaftskriminalität aufdecken als andere Befragte. Dabei hätten Betriebe mit positiver Unternehmenskultur häufiger Kontroll- und Präventionsmechanismen etabliert.
Beispielsweise verfügten 38% der befragten Unternehmen mit positiver Unternehmenskultur über ein Anti-Korruptionsprogramm, während dies nur auf 21% der Befragten mit unterdurchschnittlicher Unternehmenskultur zutrifft. Dennoch seien 14% dieser Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Korruption geworden, jedoch nur 9% der Befragten mit positiver Unternehmenskultur.
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