12.03.2010 | Redakteur: Claudia Otto

Die weltweite Krise hat den Umsatz der deutschen Intralogistik-Anbieter 2009 im Vergleich zum Branchen-Rekordjahr 2008 um 21% von 21,7 auf 17,1 Mrd. Euro gemindert. „Auch für das laufende Jahr müssen wir von einem Rückgang um weitere 17% ausgehen“, sagt Christoph Hahn-Woernle, Sprecher des VDMA-Forums Intralogistik. „Nach heutiger Einschätzung wird die Intralogistik im laufenden Jahr einen Umsatz von 14,2 Mrd. Euro erreichen“, so Hahn-Woernle weiter.
Bis 2005 seien die Auftragseingangs- und Umsatzzyklen normal verlaufen. „Von Januar 2005 bis Juni 2007 stieg der Auftragseingang mit einem Zuwachs von mehr als 50% “, erklärt der Sprecher. In den zwei darauffolgenden Jahren sei der Auftragseingang um mehr als die Hälfte gesunken. Auch die größten Abnehmerländer deutscher Intralogistik-Erzeugnisse bestellten deutlich weniger.
Beispielsweise seien die Exporte nach Russland um 50% zurück gegangen. „Die EU ist nach wie vor größter Abnehmer. Dieser Markt ist jedoch um ein Drittel geschrumpft“, so Hahn-Woernle. China habe als einziger der Bric-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) bei den Intralogistik-Importen aus Deutschland zugelegt, und zwar um 5%.
Das Minus drücke auch auf die Beschäftigung. Mit 103 400 Beschäftigten sei die Mitarbeiterzahl im Vorjahr nach Jahren des Wachstums noch konstant geblieben. Nach dem massiven Abbau von Zeitarbeitskräften im Jahr 2009 sei aber davon auszugehen, dass in diesem Jahr die Zahl der Kernbeschäftigten in der Intralogistik unter die Marke von 100 000 Personen rutschen werde.
Weitere Einsparungen durch höhere Automatisierungsgrade und höhere Effizienz von Systemen werden überlebensnotwendig sein. Weil der deutsche Markt einer Sättigung entgegenstrebe, müssten auch Mittelständler ihr internationales Geschäft ausweiten. „Es wird Engineering, Fertigung und Programmierung nah an den Abnehmermärkten erforderlich sein nach dem Prinzip ‚in der Region – für die Region’“, betonte Hahn-Woernle.
Ferner wandle sich Deutschland zunehmend vom Ausfuhrland von Produkten zum Exporteur von Ideen und Innovationen. „Diesen Vorsprung müssen wir halten und ausbauen“, sagte er und forderte von der Bundesregierung: „Es ist dringend notwendig, noch viel stärker in Forschung und Bildung zu investieren. Es reicht nicht, Durchschnitt zu sein.“
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