Fahrerlose Transportsysteme

Fahrerlose Transportfahrzeuge gewährleisten bei Pfizer die Einhaltung der GMP-Regeln

14.07.2010 | Redakteur: Bernd Maienschein

Im neuen Newcon-Gebäude in Illertissen verhindert die eingesetzte Containment-Technologie die Freisetzung von Produktstäuben. Dort handhabt ein MLR-Phoenix-Gabelhubwagen in GMP-Qualität Edelstahl-Container. Bild: MLR System

Neue Medikamente, geänderte Fertigungsmethoden und erhöhte Produktionskapazitäten sind die Ursache dafür, dass Produktionsanlagen für Pharmazeutika ständigen Veränderungen unterliegen. Auch fahrerlose Transportsysteme (FTS), die in diesem Umfeld den Materialfluss rationalisieren, müssen daher ständig modifiziert werden.

Der Arzneimittelhersteller Pfizer Inc. mit Sitz in den USA verfügt in Deutschland über mehrere Standorte. Illertissen ist dabei auf feste Herstellungsformen und deren Konfektionierung spezialisiert. Dies beinhaltet auch die Herstellung bestimmter High-Containment-Produkte.

Durchgängiger Produktionsprozess ohne Systemausfälle

Dass die Herstellung solch hochwertiger Arzneimittel besonders strengen Qualitätsvorschriften unterliegt, versteht sich von selbst. Definiert sind sie durch die Good Manufacturing Practice (GMP), einem international gültigen Regelwerk, das auf die Weltgesundheitsorganisation WHO zurück geht.

Oberstes GMP-Gebot ist der durchgängige Produktionsprozess ohne Systemausfälle. Da Pfizer seine Produkte weltweit liefert, unterliegen sie auch der Kontrolle der amerikanischen Arzneimittel-Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration).

In allen Arbeitsbereichen der Produktionsstandorte ist die Einhaltung der GMP-Regeln verbindlich vorgeschrieben. Produktionsprozesse, Mitarbeiterschulungen, Arbeitsmaterialien und -dokumentationen, Geräte und Maschinen, Arbeitsräume und selbst Kleidung. Folglich gelten die GMP-Regeln in bestimmten Zonen auch für das fahrerlose Transportsystem bei Pfizer.

Veränderte Funktionalitäten lassen Fahrzeuganzahl wachsen

Aufgabe der fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) ist es, die einzelnen Funktionsbereiche, in denen produziert, abgefüllt, kommissioniert, verpackt, gelagert und verschickt wird, miteinander zu verknüpfen. In der Ursprungsanlage waren dafür sechs Fahrzeuge unterwegs, zwei davon in spezieller GMP-Ausführung. Insgesamt betrug die Streckenlänge rund 2500 m.

Mit der Errichtung neuer Gebäude und veränderter Funktionalitäten wuchs die Fahrzeugzahl in Teilschritten auf heute zwölf Geräte, von denen vier reinraumtauglich sind. Die aufsummierte Streckenlänge beträgt jetzt etwa 5000 m. Waren es ehemals 354 Übergabeplätze, so sind es heute 450.

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