Demag Cranes

Krane werden immer komplexer

11.10.2010 | Autor / Redakteur: Volker Unruh / Volker Unruh

Demag-Cranes-Vorstand Thomas H. Hagen. Bild: Demag

Ist der Maschinenbau bei modernen Kransystemen bald nur noch Nebensache? Geben die Informatiker demnächst die technische Ausrichtung vor? Unsere Redaktion fragte nach bei Thomas H. Hagen, dem COO und Vorstand Industriekrane und Hafentechnologie der Demag Cranes AG in Düsseldorf.

Aus welchen Industriebereichen erhalten Sie zurzeit die meisten Anfragen für Industriekrananlagen und welchen Trend können Sie gegebenenfalls daraus ableiten?

Hagen: Die Anfragen und Aufträge, die wir derzeit erhalten, stammen aus verschiedenen Branchen, die unser Kundenportfolio abdeckt. Bezogen auf die Installationen der vergangenen Jahre stellen wir den Trend einer zunehmenden Komplexität der Anlagen fest.

Das betrifft zum einen die Integration eines Krans in die Prozesse unserer Kunden wie auch die Realisierung von Produktionsanlagen mit verschiedenen Kranebenen, die beispielsweise eine enge Abstimmung der Krane in der Montageebene, dem innerbetrieblichen Transport von Montage- und Rohteilen sowie dem Versand der kompletten Produkte erfordert.

In Bezug auf Anforderungen hinsichtlich Traglast und Spannweite der Krananlagen hat sich der Markt verändert. Wir stellen hier einen deutlichen Trend zu höheren Werten fest.

Welcher Automatisierungsgrad bei Industriekrananlagen wird heute bevorzugt verlangt, gibt es branchenspezifische Prioritäten?

Hagen: Zunächst gilt es festzustellen, dass der Großteil der industriellen Krananlagen mit manuellen Steuerungen ausgerüstet ist. Krane sind als universelle Werkzeuge in die Produktionsprozesse und die innerbetriebliche Logistik integriert.

Oft sind die sicherheitstechnischen Voraussetzungen für eine Automatiklösung nicht erfüllbar – und ökonomisch nicht darstellbar. So reduziert sich der Einsatz von vollautomatischen Krananlagen.

Allerdings können auch unsere Standardkrane in teilautomatisierte Abläufe – zum Beispiel mit Positionierungsvorgaben – integriert werden. Durch unsere Seilzüge mit prozessorgestützter Steuerung lassen sich dabei auch Sicherheitsfunktionen realisieren, die mit herkömmlichen Techniken nahezu unmöglich sind.

An Prozesskranen haben wir von der halbautomatischen Anlage im Papierrollenlager bis zu Kranen im 24/7-Automatik-Betrieb in Müllverbrennungsanlagen praktisch alle Spielarten realisiert. In letzteren Fällen arbeiten wir zunehmend mit Scannern, die bei jeder Fahrt die aktuellen Füllstände im Müllbunker ermitteln.

Einen vermehrten Einsatz von teilautomatisierten Kranen für das Coil-Handling sehen wir in der Stahl- und Aluminiumindustrie. Dabei werden hohe Anforderungen an die Lagerverwaltungssoftware gestellt, die die verschiedenen Coilsorten verwalten muss. In dem Bereich haben wir beispielhafte Komplettlösungen realisiert.

Wir liefern als einziger Kranhersteller ein eigenes Lagerverwaltungssystem mit großem Leistungsumfang, das zahlreiche Optionen für individuelle Anpassungen bereithält.

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