08.02.2008 | Redakteur: Ulrike Gloger

Frankfurt/Main (ug) – Die Verpackungsindustrie ist ein bedeutender internationaler Wirtschaftsfaktor: Mit einem Produktionsvolumen von über 500 Mrd. US-Dollar (über 400 Mrd. Euro) boomt die Branche weltweit und die jährlichen Wachstumsraten liegen zwischen 2 und 4%. Asien hat als Hersteller von Packmitteln Nordamerika und Westeuropa den Rang abgelaufen. So schafft Asien bereits rund 30% des weltweiten Produktionsvolumens an Verpackungen.
Das Produktionsvolumen von Packmitteln ist nach Zahlen des VDMA in Deutschland 2006 um 9% gestiegen und erreichte einen Wert von 28 Mrd. Euro. Dabei entwickelten sich die einzelnen Packstoffsegmente recht unterschiedlich: Wertmäßig verzeichneten Verpackungen aus Metall (Aluminium und Blech) mit einem Plus von 11% den höchsten Zuwachs (Produktionsvolumen: 5 Mrd. Euro). Bei den Kunststoffverpackungen lag der Zuwachs bei 10%. Mit einem Produktionswert von rund 12 Mrd. Euro liegen die Kunststoffverpackungen jedoch wertmäßig deutlich an der Spitze.
Im Jahr 2006 exportierten die deutschen Hersteller Verpackungen aus Papier, Pappe und Kunststoff in Gesamtwert von 2,1 Mrd. Euro, das sind 12% mehr als in Vorjahr. Davon entfielen 1,5 Mrd. Euro auf die Eurozone (ein Plus von 11%) sowie rund 640 Mio. Euro auf das übrige Ausland (ein Plus von 15%).
In der modernen Gesellschaft spielt die Verpackung eine bedeutende Rolle. Sie schützt die Ware nicht nur vor Manipulationen, erschwert Ladendiebstähle, dient als Transport- und Aufbewahrungsbehältnis, sondern ermöglicht auch einen wirtschaftlichen Warentransport sowie einen effizienten Betriebsablauf im Handel. Darüber hinaus spielt die Verpackung bei der Meinungsbildung und Kaufentscheidung eine wichtige Rolle für den Verbraucher. Der Verpackung als Kommunikationsinstrument kommt eine immer größere Bedeutung zu, denn mittlerweile fallen 70% aller Kaufentscheidungen am Verkaufsregal.
Westeuropa, Nordamerika und Japan verbrauchen rund 70% aller weltweit eingesetzten Verpackungen. Dies bedeutet, dass 10% der Weltbevölkerung rund 70% aller Verpackungen verbraucht. Die Bedeutung der Verpackung spiegelt sich aber auch im Anteil des Verpackungswertes in Relation zum Bruttoinlandsprodukt wieder. In den Industrienationen liegt dieser Wert zwischen einem und zwei Prozent, in den Entwicklungs- und Schwellenländern beträgt der Anteil lediglich 0,5%. Ebenfalls unterschiedlich entwickelt sich auch das Marktwachstum für Packmittel in den Industrie- und Schwellenländern. In Westeuropa, Nordamerika und Japan wächst der Verpackungsmarkt um rund 2% pro Jahr, in den Schwellenländern wie solche in Südamerika, Asien (mit Ausnahme von Japan) und Afrika dagegen liegt das Wachstum des Packmittelmarktes im zweistelligen Bereich.
So unterschiedlich die Märkte und Anforderungen an Verpackungen hinsichtlich Funktion, Gestaltung und Produktion sind, die Haupttrends und Themen ähneln sich. Grundsätzlich steigt weltweit die Verpackungsvielfalt, die Forderung nach Umweltverträglichkeit, der Wunsch nach Aufbewahrungsmöglichkeit, besserer Dosierung, Wiederverschließbarkeit und kontrollierter Entnahmemöglichkeit. Der Trend geht eindeutig zur High-Tech-Verpackung. Hauptabnehmer für Verpackungen weltweit ist die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Rund zwei Drittel aller hergestellten Verpackungen gehen in diese Industrie.
Bei den Verpackungsmaterialien liegen Papier und Karton mit 37% sowie Kunststoffe mit 34% weltweit ganz vorn in der Gunst der Konsumenten. Aber es gibt regionale Vorlieben. So ist in Asien der Anteil an Verpackungen aus Kunststoff höher als in Europa und Nordamerika. Mit der Entwicklung moderner Verpackungen und neuer Anwendungen nimmt weltweit der Bedarf an Kunststoffverpackungen zu und Verpackungen aus Papier und Karton, Metall sowie Glas werden substituiert.
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