Hannover-Messe

Partnerland Japan bringt mehr als 150 Aussteller zur Hannover-Messe 2008

22.02.2008 | Redakteur: Stéphane Itasse

Hannover (si) – Unter dem Motto „Kooperation durch Innovation“ wird sich Japan als Partnerland vom 21. bis 25. April auf der Hannover-Messe präsentieren. Bis zu 150 Aussteller belegen eine Fläche von 3500 m2, wie die Deutsche Messe AG am Freitag mitteilt.

Top-Aussteller zeigen Roboter, die das Leben erleichtern, optische Faserplatten, Stahlgürtel und Solarbatterien, wie es heißt. Der japanische Zentralstand befindet sich mit 1700 m2 Gesamtfläche in der Leitmesse „Research & Technologie“, Halle 2. Hier stellen viele japanische Unternehmen ihre Produkte vor.

Kankyo Kaihatsu Kogyo Co., Ltd. aus Hokkaido zeigt beispielsweise, wie gebrauchte Öl-Filter ohne Kohlenstoffdioxid recycelt werden können, kündigte der Messeveranstalter an. Das Hamamatsu-Konsortium mit Unternehmen aus Shizuoka und Osaka stelle unter anderem optische Faserplatten in den Vordergrund, DYMCO, Ltd. aus Kanagawa zeige Stahlgürtel, und das National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) komme mit 30 aktuellen Produkten, darunter die „amenity robots“ (Annehmlichkeits-Roboter), die das Leben leichter machen sollen, sowie umweltfreundlichen lehmbasierten Dichtungen und Solarbatterien.

Einladung zur Hannover-Messe stößt in Japan auf Interesse

Die große Resonanz der japanischen Aussteller ist nach Einschätzung der Messe letztlich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu verdanken, die persönlich im Januar 2007 Japan als Partnerland zur Hannover-Messe 2008 eingeladen habe. Das Partnerland erhofft sich von der Hannover-Messe 2008 insbesondere für seine kleineren und mittleren Unternehmen mehr Aufmerksamkeit durch Industrie und Medien. „Dies wird zur Internationalisierung des japanischen Mittelstandes und Bildung von Geschäftsallianzen auf dem Weltmarkt führen“, sagt Yasuo Hayashi, CEO der staatlichen japanischen Außenhandelsorganisation Japan External Trade Organisation (JETRO).

Der japanische Wirtschaftsminister Akira Amari unterstreicht ein weiteres wichtiges Thema der Hannover-Messe 2008: „Ein Schwerpunkt unseres Auftritts in 2008 ist Umwelttechnik - insbesondere in den Bereichen Energieeffizienz und Recycling. Wir sind davon überzeugt, dass Japans Spitzentechnik in diesem Segment einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz sowie zu einer stabileren und kostengünstigeren Energieversorgung leisten kann.“

Energie und Energieeffizienz im Fokus

Welche Bedeutung das Thema Energie in Japan spielt, ist auf der Hannover-Messe 2008 in Halle 27 zu sehen. Dort werden auf 1 400 m2 japanische Aussteller wie Sharp Corporation, Mitsubishi Electric Corporation und Nippon Oil Corporation vertreten sein.

Yokogawa Electric Corporation wird als Hersteller von Anlagen für Messtechnik neue Systeme für umweltfreundliche Produktionslinien zeigen, Nippon Oil Corporation will das weltweit erste kommerzialisierte Brennstoffzellensystem für den Haushalt mitbringen, das mit Flüssiggas und Petroleum funktioniert. Die New Energy and Industrial Technology Development Organzation (NEDO) wird ein kleines Windkraftsystem präsentieren, und Toyota Motor Corporation hat ein Hybrid-Fahrzeug mit Brennstoffzelle sowie ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug dabei. Eines der Highlights bei Sharp Corporation: ein ultra-dünner riesiger LCD-Fernseher, der pro Quadratzoll mehr als 75% des Energieverbrauchs einspart.

Japan bei erneuerbaren Energien technisch an der Weltspitze

Was erneuerbare Energien betrifft, kann sich Japan ebenfalls sehen lassen: Das Land ist seit Jahren Weltmeister bei der Produktion von Solarzellen. Auch in der Brennstoffzellentechnik sind japanische Unternehmen an der Spitze, ebenso wie beim Kraftwerkbau und in der Pipeline-Technik.

Mit einer im Januar 2007 gegründeten Initiative will das japanische Wirtschaftsministerium die Nutzung von regenerativen Energien verstärken, um weniger auf Öl- und Gasimporte angewiesen zu sein. Ziel: Bis Ende 2014 sollen erneuerbare Energien 16 Mrd. KWh Strom im Jahr liefern. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 kamen lediglich 5,6 Mrd. KWh Strom von den „Erneuerbaren“.

Die Präfektur Tokushima (Halle 02, Stand D61) bereitet bereits den nächsten Coup in Sachen Energieeffizienz vor: Das „LED Valley Tokushima“ soll der weltgrößte Produktionsstandort für LED werden. Das Projekt, bei dem Universitäten, Industrie und lokale Unternehmen zusammenarbeiten und das bis 2015 geplant ist, wird mit rund 25 Mio. Euro unterstützt.

MM MaschinenMarkt veröffentlicht in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Außenwirtschaft, Köln, zur Hannover-Messe 2008 einen „Investionsleitfaden Japan“, Das Buch ist Anfang April erhältlich. Außerdem steht in Kürze ein Leitfaden zur Personalrekrutierung in Japan (pdf-Format) auf der MM-Website zur Verfügung.

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