Gefahrgutlagerung

Kompetenz ist die Mutter des sicheren Gefahrgutlagers

03.06.2009 | Autor / Redakteur: Birgit Gross / Volker Unruh

Chemions Gefahrgut-Terminal am Leverkusener Hafen ist mit seiner Anbindung an Straße, Schiene und Wasserweg nicht nur ein wichtiger Lagerort, sondern auch Umschlagplatz. Bild: Chemion

Das sichere Lagern gefährlicher Güter ist das Ergebnis mehrerer Faktoren. Um die Risiken einer Gefahrgutlagerung so gering wie möglich zu halten, müssen die Infrastruktur des Terrains sowie das Fachwissen und Prozess-Know-how des spezialisierten Logistik-Dienstleisters zusammenwirken.

Damit gefährliche Substanzen sicher eingelagert werden, schreibt der Gesetzgeber für den Betrieb von Gefahrgutlägern umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen vor, die im Zulassungsverfahren der Anlagen genau unter die Lupe genommen werden: Die Mindestanforderung für Gefahrgutläger sind entsprechende Zulassungen oder Eignungsfeststellungen, zum Beispiel nach BimSchG und VawS-WHG. Spezielle Bodenkonstruktionen oder –beschichtungen sind erforderlich, um im Fall einer Leckage, beispielsweise bei einem Big Bag oder Fass, das Versickern austretender Substanzen in den Boden zu verhindern.

Vorhandensein von Sicherheitsvorkehrungen wird in Auditierungen geprüft

Welche weiteren Standards bei Gefahrgutlägern erforderlich sind, hängt von der Beschaffenheit, der Menge sowie der Verpackung der Stoffe ab, die in den Lägern umgeschlagen und verwahrt werden sollen. Gemäß der Art und Menge der einzulagernden Substanzen wird das Lager nach der Störfallverordnung kategorisiert und die daraus resultierenden notwendigen Sicherheitsvorkehrungen und Betreiberpflichten bestimmt. Deren Vorhandensein und Qualität wird dann in Auditierungen geprüft und in Zertifizierungen bestätigt.

Der stetige Prüfumfang für ein Gefahrgutlager ist immens. Schlagwörter dabei sind Explosionsschutz, Beständigkeitsnachweise, Gefährdungsbeurteilungen sowie Prüfungen von dazugehörigen Krananlagen, zum Beispiel nach BGV, VawS/WHG oder BetrSichV. Feuerwehrübungen nach Störfall V runden das Prüfbild eines Gefahrgutlagers ab, um nur eine grobe Auswahl aufzuzählen.

Nahe am Wasser muss besonders vorsichtig gelagert werden

Für Logistik-Dienstleister mit dem Spezialgebiet Chemie- und chemienahe Logistik gehört der Umgang mit gefährlichen Gütern zum Tagesgeschäft. So auch für Chemion Logistik: Das Unternehmen betreibt an den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld mehrere Läger, die für die Aufbewahrung gefährlicher Stoffe qualifiziert sind. Neben Stückgutlägern zählen auch vier Container-Terminals mit rund 1 700 Stellplätzen für Tank- und Boxcontainer zu den Anlagen, in denen regelmäßig Gefahrgüter nahezu aller Kategorien umgeschlagen und eingelagert werden.

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