Arbeiten in Projektteams

Deutsche Unternehmen schätzen den Wissenstransfer durch freie Mitarbeiter

04.12.2007 | Autor / Redakteur: Jens Gieseler / Ulrike Gloger

Gemischte Teams aus festen und freien Mitarbeitern sind produktiver als rein intern besetzte Projektteams. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Beschäftigung und Employability an der Fachhochschule Ludwigshafen. Zwei Drittel der befragten 500 Führungskräfte und Projektleiter aus Industrie und Dienstleistungsbranche halten gemischte Teams demnach für effektiver. Ihre Vorteile: Der Transfer von methodischem und fachlichem Wissen funktioniert besser. Probleme im Team werden schneller erkannt und nachhaltiger gelöst. Zeitvorgaben werden genauer eingehalten.

„Diese Ergebnisse sprechen für den Einsatz externer Spezialisten“, urteilt Dieter Dürr, Vorstandsvorsitzender der Hays AG, die auf die Rekrutierung hoch qualifizierter Arbeitskräfte spezialisiert ist. Kaum ein deutsches Unternehmen sehe sich noch in der Lage, allein mit der Stammbelegschaft dem steigenden Innovationsdruck zu begegnen und für unterschiedliche Themenbereiche Experten dauerhaft zu binden, so Dürr, der die Studie in Auftrag gegeben hatte. Deshalb meint Jutta Rump, Professorin für Betriebswirtschaft und Autorin der Erhebung: „Befristete Einsätze externer Experten stellen einen optimalen Weg dar, themenspezifische Projekte effektiv zu bearbeiten.“

Operative Entscheider wie Gruppen- und Projektleiter sind von gemischten Teams überzeugter (72%) als strategische Führungskräfte wie Vorstände und Geschäftsführer (59 %). Hintergrund für diese unterschiedliche Beurteilung ist laut der Untersuchung die größere Nähe, die operative Entscheider zu den Mitarbeitern haben: Sie sind in das Projektgeschehen einbezogen und können die Unterschiede zwischen beiden Teamarten klarer beurteilen.

Gemischte Teams im Mittelstand noch so populär

In Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern haben Gruppen mit internen und externen Mitarbeitern ein besseres Image (70%) als im Mittelstand (54%). „Vermutlich haben es freie Mitarbeiter in kleineren Betrieben schwerer, weil dort eher familiäre Strukturen herrschen“, erklärt Jutta Rump. Externe Mitarbeiter könnten zu viele Einblicke in unternehmensinternes Wissen und betriebliche Abläufe erhalten, wird dort gemutmaßt. Besonders beliebt sind gemischte Teams in Chemie- und Pharmabranche, im Handel und in der Logistik sowie bei Banken und Versicherungen. All diese Branchen kennzeichnen laut Rump hohe Veränderungsgeschwindigkeit, steigende Flexibilität und wachsende Kundenanforderungen. Drei Viertel dieser Führungskräfte attestieren deshalb ihren Teams mit externen Experten einen Produktivitätsvorteil.

Auch interne Gruppen bieten Vorteile: Beschäftigte können sich mit dem Unternehmen identifizieren (86%), strategische Unternehmensziele verfolgen (81%) oder sich im Unternehmen integrieren (67%). Feste Mitarbeiter gelten als organisationsbezogener als externe Mitarbeiter, da sich letztere nur zeitlich begrenzt für ein Unternehmen engagieren. Dementsprechend identifizieren sich gemischte Teams stärker mit dem Projekt und dessen Ergebnis: Zwei Drittel der befragten Führungskräfte sehen keinerlei Nachteile gegenüber internen Teams. Dies gilt über alle Branchen hinweg.

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