Materialfluss

Schützende Wellpappe

28.09.2006 | Redakteur:

In der Wellpappindustrie werden die Kanten der zu umreifenden Lagen häufig vorab manuell mit einem Wellpappdeckblatt...

In der Wellpappindustrie werden die Kanten der zu umreifenden Lagen häufig vorab manuell mit einem Wellpappdeckblatt geschützt. Sehr viel rationeller und weniger unfallträchtig gilt jedoch das vollautomatische Anlegen von Wellpappzuschnitten vor dem Umreifen.Ein renommierter Wellpapphersteller produziert an einem seiner Standorte mit 250 Mitarbeitern im Dreischichtbetrieb Wellpappbögen, Wellpappzuschnitte und Fertigwaren in den unterschiedlichsten Größen und Qualitäten. Die kleinstmöglichen Standard-Abmessungen betragen 600 mm 3 200 mm, die größten gehen bis zu 4500 mm 3 1800 mm.

Wellpapp-Zuschnittanleger amortisiert sich schnell

Bereits seit 1998 setzt das Unternehmen mit Erfolg eine der neuen Hochleistungsumreifungspressen vom Typ „Power Master“ der Firma Sander, Wuppertal, ein. In den Standardausführungen gibt es sie in drei Grundversionen mit stufenlos einstellbaren Pressenkräften von maximal 3, 6 und 8 t.Im Jahr 2001 wurde am selben Standort eine neue Wellpapplinie aufgestellt, die die Fertigwaren-Kapazitäten des Herstellers erhöhen sollte. Diese zweite Wellpappanlage versorgt nun die acht neuen Konfektioniermaschinen (Stanzen, Inliner sowie Faltschachtel-Klebemaschinen) mit den notwendigen Rohmaterialien.

Anschließend gilt es, auch diese Fertigwarenprodukte zum weiteren Transport bestmöglich zu sichern. Nach den guten Erfahrungen mit der ersten Hochleistungsumreifungspresse „Power Master“ entschied sich die Geschäftsleitung für eine der neuen Umreifungspressen mit Wellpapp-Zuschnittanleger (WZA). Bei der „Power Master 10481 WZA“ handelt es sich um eine 6-t-Presse mit vollautomatischen Zuschnittanlegern. Die WZA-Vorrichtung trägt zur Arbeitssicherheit bei, denn das manuelle Auflegen eines Wellpappdeckblatts innerhalb des Rollenfördersystems ist nicht erforderlich.

Die neue Umreifungspresse sorgt nicht nur für mehr Arbeitssicherheit, sie ist auch leistungsfähiger als bisherige Ausführungen, da sie maximal 120 Paletten pro Stunde bei einer zweifachen Umreifung quer zur Förderrichtung umreifen kann. Allein durch diesen Rationalisierungseffekt amortisieren sich die Umreifungspressen mit WZA in kürzester Zeit.

Vier Wechselmagazine verkürzen die Nachfüllzeit

An der Maschine „Power Master 10481 WZA“ befinden sich vier Magazine, die mit konfektionierten Wellpappzuschnitten befüllt sind. Die Zuschnitte lassen sich kostenfrei aus den Randstreifen der Wellpappanlage oder aus der Ausschussware beim Anlauf fertigen. Zwei der vier Magazine sind variabel anstellbar, so dass sich Bindeabstände im Bereich von 450 mm und 625 mm realisieren lassen. Je nach Zuschnittdicke nimmt jedes Magazin bis zu 200 Wellpappstücke auf. Den Mitarbeitern stehen zudem vier Wechselmagazine zur Verfügung, die die Nachfüllzeit verkürzen. Die Zuschnitte werden von der Maschine einzeln separiert und mittels eines Zahnriemen-Greiferantriebssystems an die vorgewählte Position transportiert und dort appliziert.

Die federbelasteten Greiferzangen in Kombination mit dem Linearantrieb sowie der speziellen Elektromagnetkupplung zur genauen Positionierung zeichnen sich durch ihre hohe Betriebssicherheit aus. Die Umreifungspressen „Power Master“ bestehen aus einer robusten und kompakten Stahlkonstruktion. Dank des geschlossenen Maschinenrahmens lassen sich die Maschinen ohne zusätzliche Fundamentarbeiten nahezu überall auf ebenem Hallenboden aufstellen. Um ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis zu erreichen, wurde die kostengünstige Zweisäulentechnik mit einem sehr soliden Zahnstangen-Linearführungssystem kombiniert. Die Innovation liegt dabei in der besonderen Anordnung von gehärteten Führungsleisten in einer Fertigungsebene mit den Zahnstangen.

Die Lanzen, welche beim Umreifen unterhalb der Palette gefahren werden, sind mit einem Friktionsantrieb bestückt. Sie lassen sich dadurch im Servicefall sehr viel schneller austauschen als beispielsweise bei einer kettengetriebenen Ausführung. Eine austarierte, stabile Pressenplatte mit geeichtem Druckwächter führt präzis kontrollierte Pressendrücke aus. Selbstverständlich können diese auch unterhalb des Pressplattengewichtes liegen. Ein intermittierendes Nachpressen ist ebenfalls möglich, so dass sich selbst solche Ladungen verdichten lassen, die besondere Presszyklen erfordern. Auf Grund der stabilen Pressenplatte werden selbst unregelmäßig verteilte Palettenwaren sehr gleichmäßig umreift.

Hohe Verschlusskraft bei geringer Wartung

Alle neuen Sander-Umreifungsmaschinen sind mit dem Umreifungsaggregat „GS-41“ ausgerüstet. Der Umreifungsverschluss erfolgt nach dem Reibschweißverfahren. In Verbindung mit der neuen Schweißstempelaufnahme ermöglicht das hohe Verschlusskräfte bei geringstmöglicher Wartung. Das Aggregat arbeitet zudem sehr umweltfreundlich. Teure und aufwändige Filter sowie Absauganlagen, die zum Absorbieren der toxischen Dämpfe bei der Heißkeilverschweißung von Polyesterbändern in der Regel erforderlich sind, werden nicht benötigt.

Das Standardaggregat erzielt Bandspannungen bis 4000 Newton, während die Schwerlastversion maximal 5500 Newton aufbringt. Für eine hohe Verfügbarkeit trägt ebenfalls der verschleißfrei arbeitende elektronische Drehmomentwandler bei. Mit der Standardvariante lassen sich sowohl Polypropylen-(PP-)Umreifungsbänder wie solche aus Polyester (PET) bis 16 mm x 1 mm verarbeiten. Optional können PET-Bänder bis zu einer Breite von 19 mm eingesetzt werden, die Reißfestigkeiten bis 8000 Newton bieten.Alle Maschinen sind nach den Vorgaben der CE-Richtlinien hergestellt und werden mit Herstellererklärung und Sicherheits-Abschrankungen nach den Vorgaben der Unfallverhütungs-Vorschriften geliefert. Die Standardausführung beinhaltet eine Siemens-Programmsteuerung S 7 mit logischem Bedienfeld OP 7. Die Umreifungspressen lassen sich sowohl manuell betreiben wie auch problemlos in automatische Förderlinien integrieren.

Lichtschranke erkennt die Palettengröße vorab

Bei diesem Anwender werden pro Stunde bis zu 50 Europaletten umreift. Die Palettenhöhe beträgt in der Regel rund 1,8 m; jedoch gilt es des Öfteren, auch die Restwaren eines Auftrags zu umreifen, so dass die Palettenhöhe in diesem Fall nur knapp 50 cm betragen kann. Mittels Lichtschranken wird die jeweilige Palettengröße vorab eindeutig erkannt und der Umreifungsvorgang entsprechend angesteuert.

Die gängigs-ten Formate und Qualitäten sind in der Maschinensteuerung abgespeichert und werden bei Bedarf abgerufen. Somit variiert die Pressenkraft auch je nach Produktqualität. Maximal können 6 t Pressenkraft anliegen. „Vor allem die stufenlose Einstellmöglichkeit der Pressenkraft stellt einen großen Vorteil dar“, sagt der Maschinenführer. Wie der zuständige Betriebsleiter hervorhebt, „läuft die Umreifungsmaschine absolut störungsfrei.

Der Wartungsaufwand ist im Vergleich zur Altanlage erheblich geringer geworden. Da die Maschine die Pressenplatte nicht erst in die obere Endlage zu fahren braucht - vielmehr verharrt sie stets in der letzten Umreifungsposition - sparen wir einiges an Verfahrzeit und damit Zykluszeit ein.“ Das Stretchfolien-Programm bietet für alle Fälle die passende Lösung. Die Spitzenqualität „W“ mit einer Dehnung bis 300% und mehr wurde für besonders schwierige Anwendungen in automatischen Stretchanlagen entwickelt.

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