Hohe Wirtschaftlichkeit

28.09.2006 | Redakteur:

Modulare integrationsfähige Wägeeinrichtungen und Kommunikationssysteme optimieren logistisch aufgebaute Verfahren im Unternehmen. Zu der optimalen Verfahrens- und Produktionstechnik für Halbzeuge,...

Modulare integrationsfähige Wägeeinrichtungen und Kommunikationssysteme optimieren logistisch aufgebaute Verfahren im UnternehmenZu der optimalen Verfahrens- und Produktionstechnik für Halbzeuge, Zwischen- oder Endprodukte gehört auch die La-ger-, Dispositions-, Verpackungs- und Versandwirtschaft. Ein beachtenswertes Rationalisierungspotenzial steckt dabei in logistisch aufgebauten Verfahren mit überwachtem und gesteuertem Materialfluss und bedienergeführtem Handling im Dispositions- und Versandbereich. Dabei nehmen intelligente, modulare, system- und integrationsfähige Wäge- und Kommunikationssysteme bedeutende Positionen ein. Mit Blick in die Zukunft werden es zunehmend Betriebsdaten-Erfassungsstationen und Leitstandtechniken sein, die mit imple- mentierten gewichtsrelevanten und anderen Führungsgrößen höhere Leistungen, Zuverlässigkeit, intelligente Diagnose- und Wartungsverfahren für eine exzellente Wirtschaftlichkeit garantieren. Zurichten und Disponieren von Halbzeugen aus MetallEs sind Draht, Rohre, stabförmiges Profilmaterial, Bleche oder Coils, die als Halbzeuge für ein wirtschaftliches Zurichten, Disponieren und Versenden anstehen. Dabei sind ein optimaler Materialfluss und Verfahrensablauf, eine integrierte Waagenintelligenz und auf das Verfahren beziehungsweise auf das Wägegut zugeschnittene Fördersysteme unbedingte Voraussetzung. Die Waagenintelligenz reicht von der uneingeschränkten Implementation der Lastaufnahme in das betreffende Fördersystem über intelligente Anzeige- und Steuersysteme, örtliche Datenaufschreibung auf betriebswirtschaftlich angepasste Wägebelege bis zur bidirektionalen Datenkommunikation mit übergeordneten Hierarchien. Die Variabilität und Anpassungsfähigkeit des Fördersystems an das Wägegut, der gewichtsbestimmenden Lastaufnahmen an die Transporttechnik hat zu wirtschaftlichen Gesamtanlagen geführt. Diesbezügliche Weiterentwicklungen sind zu erwarten. Beispielhaft ist die Gewichtsbestimmung und Auszeichnung von abgebundenen Schmalbandcoils durch eine, in die Rollenbahn implementierte, eichfähige Wägestation mit einem Wägebereich bis 600 kg, bei einem Ziffernschritt von 200 : 200 g. Nach dem automatischen Abbinden wird das Erzeugnis auf die Rollenbahnwaage gefördert und dort mittels Lichtschranke gestoppt. Der Bediener wird am Waagenterminal geführt und gibt dort die geforderten produktbegleitenden Daten ein. Das danach im Industriedrucker erstellte Etikett wird in eine Kunststofftasche gesteckt und gesichert mit der Einbindung verbunden. Es folgt die Übergabe in den Versandbereich bei gleichzeitiger Übertragung und Verarbeitung der Daten im Zentralcomputer. Eine gewichtsüberwachte Anpassung an die produktions- und fördertechnischen Gegebenheiten für die versandgerechte Bereitstellung von Breitbandcoils zeigt die eingebaute Zweibereichs-Plattformwaage (Wägebereich 20 t/35 t, Ziffernschritt 10 kg/20 kg) nach Bild 1. Diese Coils werden zum Schutz empfindlicher Oberflächen mit Papierzwischenlagen gewickelt. Dabei sind die verschiedenen Vliesarten auf die jeweiligen Oberflächenqualitäten abgestimmt. Als Versandgewicht gilt dabei „Brutto für Netto“. Dazu haben die Flats und Rollpaletten das gleiche Taragewicht, sind am Waagenterminal fest eingestellt und somit ausgeglichen. Der Arbeitsablauf sieht folgendermaßen aus:- Der Staplerfahrer und Waagenbediener bringt das Flat mit Coil auf die Waagenplattform. - Mit der Lesepistole scannt er die Flatnummer und die auf dem implementierten Bundprotokoll vermerkte Coilnummer, Banddicke und Legierungsnummer ein.- Diese Werte werden mit dem Coilgewicht an eine EDV übertragen. Funktioniert das Scannen nicht, können die nicht gelesenen Daten manuell am Waagenterminal eingegeben werden. Bei Ausfall des Scanners oder der Verbindung Scanner/Waage werden alle Daten manuell am Waagenterminal verarbeitet. - Nach der EDV-Bestätigung mit einer kompletten Datenübernahme folgt die EDV-vorgegebene Einlagerung des versandfähigen Produktes. - Das ist, in Zusammenarbeit mit dem Lagerverwaltungsrechner, die Voraussetzung für einen geordneten, auftragskonformen Versand und die Fakturierung der Produkte. Stückzahlbestimmung massegleicher Teile Die gravimetrische Stückzahlermittlung (Z) beruht auf dem Verhältnis des Mengengewichtes (M) zum mittleren Teile-Einzelgewicht (E) nach der Beziehung Z = M/E. Dabei sorgen die hohe interne Auflösung der Wägebereiche und die Stückgewichtsoptimierung für optimale und praxisverwertbare Ergebnisse. Die heutigen intelligenten Zählwägesysteme zur Stückzahlbestimmung massegleicher Teile umfassen auch die Produkt- und Betriebsdatenerfassung, die Material- und Datenflusssteuerung und die Lagerverwaltung mit Ein- und Auslagerung. Das sind beispielsweise im Wareneingang die Bestellung, in der Fertigung der Werksauftrag und im Versand der Kundenauftrag. Die Materialflusskontrolle gewährleistet zudem die Bestandsüberwachung und Steuerung der Bevorratung. Sollen zum Beispiel in verschiedenen Umverpackungen (Schrägschütten, Gitterboxen) angelieferte Kleinteile in Normkästen umgefüllt, rechnergesteuert eingelagert, auftragskonform ausgelagert und disponiert werden, dann bieten sich Anlagenkonzepte nach Bild 2 an. Dazu fördert eine Hebe- und Kippvorrichtung die Produkte aus den Behältern in einen Vorratsbunker, der ausgangsseitig mit einem Schwingförderer bestückt ist. Ein leerer Normbehälter wird auf die Mengenwaage der Zählwägeanlage 1 platziert, automatisch austariert und durch den waagengesteuerten Austragförderer sollgewichtskonform befüllt. Weil das Teilegewicht des betreffenden Produktes bereits auf der Referenzwaage der Zählwägeanlage 1 bestimmt wurde, liegt somit auch die eingefüllte Teilezahl fest. Es folgt die Datenübertragung (Behälternummer, Produktkennzeichnung, Stückzahl, Nettogewicht, Datum, Uhrzeit) an den Lagerverwaltungsrechner (LVR). Er legt danach den Lagerplatz fest und steuert den Behälter wie auch die folgenden selbsttätig in das Kleinteilelager. Für die stückzahlgerechte Auslagerung und Disposition zu liefernder Kleinteile ist die Zählwägeanlage 2 mit Referenzwaage, Mengenwaage, Zählwägecomputer und Etikettendrucker verfahrens- und materialflussgerecht installiert. Sie korrespondiert ebenfalls mit dem Lagerverwaltungsrechner (Bild 2), der den auftragsrelevanten Normbehälter aus dem Lager fördert, die richtige Stückzahlentnahme überwacht und den Anbruchbehälter mit der Reststückzahl zurückfördert. Auch im Ersatzteilversand hat das System durch die PC-Steuerung einen hohen Automatisierungsgrad und ermöglicht kundenspezifische Logistiklösungen. Beispielhaft wird ein Anlagenkonzept (Sharp Electronics GmbH, Hamburg) mit Sendungsidentifikation per Scanner, Abruf der Empfängerdaten einschließlich der Versandfestlegungen vom Hostsystem, Wägen der Packstücke, Drucken der Packscheine und Etikettierung vorgestellt. Der stationäre Scanner schafft über einen Barcode die Verbindung zum Host und damit die individuelle Paketbearbeitung. Im Filetransfer erfolgt die Kommunikation mit dem Versandrechner, der daraus die Paketscheindaten mit dem ermittelten Gewicht generiert. Die Aufbereitung der Daten läuft jeweils nach den Vorschriften und Maßgaben der verschiedenen Verkehrsträger ab. Die Systemkonfiguration besteht aus dem Hauptarbeitsplatz mit automatischer Etikettierung und einer Ergänzung zur manuellen Versandbearbeitung. Stempeletikettierer passt sich den Pakethöhen an Nach der Gewichtsbestimmung werden die Pakete dem automatischen Stempeletikettierer der Versandanlage zugeführt. Er passt sich automatisch den unterschiedlichen Pakethöhen an und etikettiert, auch größere Versandlabel, direkt von oben. Pakete, die nicht dem Logistikstandard entsprechen, werden durch einen Signalaustausch zwischen Versandsystem und Fördersteuerung ausgeschieden. Die Abrechnung mit den derzeitigen Verkehrsträgern, beispielsweise Post oder DHL, erfolgt täglich nach Versandende. Im Lager-, Zurichtungs-, Dispositions- und Versandbereich für Stückgüter sind es zunehmend intelligente und aufgabenspezifisch ausgelegte Wäge-, Kommunikations- und Auszeichnungssysteme, die zur Automatisierung, Rationalisierung und optimalen Wirtschaftlichkeit wesentlich beitragen. Das hat zu kompletten, aber beherrschbaren Gesamtsystemen für das Wägen, Zählen, Kommissionieren, Verpacken, Auszeichnen, Bereitstellen, Erfassen und Berechnen geführt - mit Nutzen sowohl für den Kunden als auch für den Produzenten der Waren. Literatur[1]Weinberg, H.: Wäge- und Systemtechnik. In: 125 Bizerba-Jahre 1991, S. 18-35.[2]Haase U.: Automatische Versandabwicklung für Ersatzteile. Bizerba-Industriereport 1/2001, S. 4.

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