Forschung

Fraunhofer-Gesellschaft blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

05.06.2007 | Redakteur: Stéphane Itasse

Trotz rückläufiger Einnahmen sieht Prof. Hans-Jörg Bullinger die Fraunhofer-Gesellschaft auf gutem Weg. Bild: Fraunhofer

München (si) – Die Fraunhofer-Gesellschaft hat 2006 ein Finanzvolumen von 1,186 Mrd. Euro erwirtschaftet. Obwohl dies einen Rückgang im Vergleich zu den 1,25 Mrd. Euro von 2005 bedeutet, sieht ihr Präsident Prof. Hans-Jörg Bullinger darin ein gutes Ergebnis, wie er bei der Präsentation des Jahresberichts erläuterte. Grund für das Minus waren unter anderem geringere Einnahmen aus MP3-Lizenzen.

Die Erträge aus den MP3-Patenten sanken von 110 Mio. Euro auf 69 Mio. Euro, berichtete Finanzvorstand Dr. Alfred Gossner. Denen stehen jedoch deutlich höhere Erträge aus Projekten von insgesamt 702 Mio. Euro gegenüber. „Damit erreicht die Fraunhofer-Gesellschaft einen Ertragsanteil von 68%, das ist der höchste Ertragsanteil der vergangenen 15 Jahre“, sagte Bullinger.

Eigene Patentstrategie verstärkt

Um die eigenen Erträge auf hohem Niveau zu halten, will die Fraunhofer-Gesellschaft künftig stärker in eigene Patentcluster investieren. Den Plänen zufolge sollen in den kommenden fünf bis zehn Jahren 100 Mio. Euro für Eigenforschung zur Verfügung gestellt werden, die für geistiges Eigentum (IP - English: Intellectual Property) relevant ist. Mit dem neuen Programm will die Fraunhofer-Gesellschaft ihr Patentportfolio stärken und systematisch ausbauen. Der Schwerpunkt soll auf solchen Erfindungen liegen, die große und attraktive Märkte adressieren und wirtschaftliche Vorteile versprechen.

Den Forschern geht es um den strategischen Aufbau von patentrechtlich geschütztem geistigen Eigentum, das Fraunhofer Alleinstellungsmerkmale auf bestimmten Technik-Gebieten verleiht und so neben der Vertragsforschung das Potanzial für nachhaltige Lizenzerträge schafft. Die dazu notwendige Eigenforschung soll längerfristig und in großem Umfang gefördert werden, sodass es möglich wird, ganze Technikfelder über möglichst dichte Patentcluster zu schützen.

Bisher gute Zahlen bei Patentanmeldungen

Doch auch bisher hat es bei den Patentanmeldungen gute Zahlen gegeben: Mit 396 Anmeldungen kam die Forschungsorganisation 2006 beim Deutschen Patent- und Markenamt immerhin auf Platz elf. Nicht mitgerechnet sind hier die Patente, die bei der Auftragsforschung für Unternehmen entstehen.

Auch um ihre Mitarbeiter will sich die Forschungsorganisation stärker kümmern: Mit dem Programm „Attract“ sollen junge Wissenschaftler die Möglichkeit bekommen, eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen, ihre Ideen auszuarbeiten und in Richtung Anwendung voranzutreiben (Link siehe unten). Derzeit macht der Ingenieurmangel auf dem Arbeitsmarkt auch Fraunhofer zu schaffen, wie Gossner einräumte: Da die Forschungsorganisation an den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes (TVÖD) gebunden ist, kann sie mit den Gehältern der Industrie nicht konkurrieren. Dennoch gehört Fraunhofer zu den beliebtesten Arbeitgebern für Absolventen, sagte Bullinger.

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