05.02.2009 | Autor / Redakteur: Volker Unruh / Volker Unruh
Anlagenmodernisierer haben besonders in konjunkturschwachen Zeiten viel zu tun. Wenn lagertechnische Systeme in die Jahre kommen, müssen sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Oft reichen schon durchaus überschaubare Maßnahmen, um aus einer „lahmen Krücke“ wieder einen „flotten Feger“ zu machen.
Was zum alten Eisen gehört, muss noch lange nicht auf dem Schrottplatz landen. Die Anbieter förder- und lagertechnischer Systeme haben sich neben ihren Produktionsgütern ein zweites Standbein geschaffen, auf dem sie besonders in konjunkturschwachen Zeiten leidlich bequem stehen können. Wenn im Markt die Investitionslust auf Neuanlagen gegen den Nullpunkt sinkt, bieten sie ihren Kunden attraktive Alternativen, um deren in die Jahre gekommenen oder leistungsmäßig an die Grenzen stoßenden Läger oder Produktionssysteme wieder flott zu machen.
„Der Markt für Anlagenmodernisierung und Retrofit ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen“, sagt Jörg Kindler, der die Geschäftsbereiche Technik, Software und Service der Westfalia Holding in Borgholzhausen führt. Mit Anlagenmodernisierung macht Westfalia inzwischen jedes Jahr Millionenumsätze – Tendenz steigend.
Und dabei ist Retrofit im Vergleich zu Neubauten meist günstiger und – ein starkes Argument – es lässt sich oft schneller und sogar am offenen Herzen, also bei laufendem Betrieb, durchführen. „Getrieben werden Modernisierungen, Prozessanpassungen oder Leistungssteigerungen hauptsächlich durch zwei Aspekte“, meint Dr. Christoph Dönges, Geschäftsbereichsleiter des auf IT-Lösungen für Automobilindustrie, Logistik und Handel spezialisierten Systemintegrators Salt Solutions in Würzburg.
Die an ihn herangetragenen Kundenwünsche beruhen zumeist auf steigenden Wartungskosten und immer schwerer zu beschaffenden Ersatzteilen sowie ein sich veränderndes Marktumfeld mit kontinuierlich höher werdenden Anforderungen. Daneben spielen aber auch soziale und ökologische Themen wie Sicherheit und Energieeffizienz eine immer größere Rolle beim Anlagenumbau.
Soviel zu den Vorstellungen der Betreiber. Aber wann ist eine Modernisierung denn nun wirklich sinnvoll? „Wenn mit wirtschaftlich vertretbaren Mitteln eine bestehende Anlage oder ein System auf neuesten Stand gebracht werden kann und dadurch die Verfügbarkeit und Nutzung der Anlage wieder hergestellt wird“, beantwortet Frank Obschonka, Vertriebsleiter der Dr. Thomas & Partner GmbH & Co. KG in Karlsruhe, diese Frage. Die häufigsten Missstände sind systembedingt begründet:
Sicherlich ist die Frage, ob und wann eine Anlage erneuert werden sollte, pauschal nicht zu beantworten, um so mehr aber gehört eine sorgfältige Analyse der vorhandenen Anlage zum Pflichtprogramm unzufriedener Betreiber: Ist der Stahlbau noch in Ordnung? Wie verschlissen ist die Mechanik? Funktionieren Elektrik, Elektronik und Steuerungstechnik noch? Und was ist mit der Software?
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