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Tital weiht Schmelz- und Gießanlage für Turbinenschaufeln aus Titan-Aluminid ein

30.04.2010 | Redakteur: Josef-Martin Kraus

Tital-Geschäftsführer Philipp Schack: „Der Werkstoff Gamma-TiAl hat großes Zukunftspotenzial.“ Bild: Tital

Das An-Institut Access der RWTH Aachen und der Feinguss-Spezialist Tital, Bestwig, sind auf dem gemeinsam Weg, leichte und hitzebeständige Turbinenschaufeln aus Titan-Aluminid als Serienteile zu produzieren, ein großes Stück vorangekommen. So wurde nun eine neue Schmelz- und Gießanlage für die Schaufelproduktion am Standort Aachen in Betrieb genommen.

Die großen Triebswerksteile mit bis zu 300 mm Außenmaß (Kantenlänge) sollen ab dem Jahr 2013 in Serie produziert werden. Zur Inbetriebnahme der Anlagen waren Vertreter europäischer Triebwerkshersteller und Zulieferer vor Ort, außerdem Staatssekretär Dr. Jens Baganz vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Anlagenkonzept zusammen mit ALD Vacuum Technologies erarbeitet

Der Inbetriebnahme der Anlage waren monatelange Entwicklungsarbeiten vorausgegangen. Tital und Access haben gemeinsam darauf hingearbeitet, ein effizientes Gießverfahren für Triebwerksbauteile aus der intermetallischen Legierung Gamma-TiAl (Titan-Aluminid) zu entwickeln.

Parallel dazu wurde mit ALD Vacuum Technologies ein Anlagenkonzept erarbeitet, das eine kosteneffiziente Serienproduktion ermöglichen soll. Der Werkstoff Gamma-TiAl ist leicht und hitzebeständig. Laut Tital eignet er sich hervorragend für den Einsatz in Flugzeugtriebwerken.

Das Projekt wird seitens des Wirtschaftsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen und im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. Tital und die anderen Industriepartner setzten zudem eigenes Geld ein. Auf diese Weise – so heißt es – ist in Nordrhein-Westfalen weltweit eines der ehrgeizigsten Projekte im Triebwerksbau entstanden.

Höhere Hitzebeständigkeit und weniger Gewicht

Nach Angaben des Feinguss-Spezialisten bieten die Schaufeln aus Titan-Aluminid ein großes Leistungspotenzial. So ermöglicht die hohe Hitzebeständigkeit Temperaturen bis zu 850 °C standzuhalten. Üblich sind bis zu 600 °C.

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