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Aluminium-Gießen

Tital vergibt weitere Lizenz für Aluminium-Feinguss nach Japan

13.07.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Mit seinen Aluminiumgussteilen nimmt Tital den japanischen Markt stärker ins Visier. Bild: Tital

In Japan ist die weltweit vierte Gießanlage in Betrieb gegangen, in der Aluminium-Feingussteile im patentierten Hero-Gießverfahren hergestellt werden. In Betrieb genommen hat die Anlage das japanische Unternehmen Nidak Seimitsu Corporation in Soma City, teilt Tital mit. Nidak Seimitsu liefert Aluminium-Feingussteile – wie auch Tital – vornehmlich an Kunden in der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Durch Einsatz des patentierten Hero-Premium-Casting-Gießverfahrens können Aluminium-Feingussteile mit Gussfaktor 1,0 sicher und zuverlässig hergestellt werden, wie Tital weiter berichtet. Damit weisen Aluminium-Feingussteile nach diesem Gießverfahren eine Qualität auf, die mit allen anderen Gussverfahren nicht erreicht werden kann.

Aluminium-Gussteile mit Qualität von Frästeilen

Mit diesem Hero-Gießverfahren können Aluminium-Feingussteile den direkten Wettbewerb zu Frästeilen antreten. Entwickelt wurde das Gießverfahren in den 90er Jahren von dem Feinguss-Spezialisten Tital GmbH aus dem sauerländischen Bestwig.

Vor knapp einem Jahr war das japanische Unternehmen Nidak Seimitsu eine Vertriebspartnerschaft mit Tital eingegangen und hatte die Lizenz auf das Hero-Premium-Casting-Gießverfahren für Aluminium-Feinguss erhalten. Nidak Seimitsu ist nach Wyman-Gordon aus den USA der zweite Lizenznehmer des Hero-Premium-Casting-Verfahrens. Am Stammsitz der Tital in Bestwig sind zwei Anlagen in Betrieb.

Luftfahrtbranche in Japan sorgt für Nachfrage nach Aluminium-Feingussteilen

Der japanische Luftfahrtmarkt wird sich in den nächsten Jahren dynamisch entwickeln, denn japanische Zulieferer liefern zum Teil erhebliche Bauanteile für die Boeing 787 und 747-8, wie Tital erläutert. Zudem wurde unter der Federführung von Mitsubishi Heavy Industries ein eigener Regionaljet entwickelt; der MRJ soll ab 2014 an die Kunden ausgeliefert werden. Vor diesem Hintergrund wird auch in Japan die Nachfrage nach komplexen und hochbelastbaren Aluminium-Feingussteilen steigen.

Um diesen Markt zu bedienen, hat Tital die Partnerschaft mit Nidak Seimitsu geschlossen. Dass sich die Tital GmbH einen lokalen Vertriebspartner genommen hat, begründet Philipp Jerusalem, Marketing- und Vertriebsleiter bei Tital, folgendermaßen: „Auf diese Weise können wir viel schneller, erfolgreicher und gezielter in den japanischen Markt vordringen, als es uns von Deutschland aus möglich wäre.“

Lokaler Partner hilft Tital beim Markteintritt in Japan

Markteintrittsbarrieren seien dort neben der Sprache die völlig andere Kultur sowie lokale Geschäftspraktiken. Jerusalem: „Japaner kaufen lieber von Japanern. Davon profitieren wir jetzt, denn Nidak Seimitsu ist bereits ein etablierter Spieler auf dem lokalen Markt. So vermeiden wir hohe Markterschließungskosten und kommen schneller ans Ziel.“ Nidak Seimitsu ist gleichzeitig auch Vertriebspartner für Titan-Feingussteile aus dem Hause Tital in Japan.

Das Hero-Premium-Casting-Gießverfahren wurde bei Tital in den 1990er Jahren entwickelt. Mit Hilfe dieses Gießverfahrens gelingt es, die beim Erstarren der Schmelze zwangsläufig entstehenden Lunker außerhalb des eigentlichen Werkstückes zu binden und später mit den Anschnitten und Steigern abzutrennen.

Sicherheitsaufschlag für Aluminium-Gussteile entfällt

Lunker sind diejenigen Fehlstellen, die wegen der Dichteunterschiede zwischen Schmelze und festem Metall bei der Herstellung jedes Guss-Werkstückes entstehen. Diese physikalisch bedingte Besonderheit war lange Zeit ein wichtiger Grund dafür, dass Gussteile mit einem Sicherheitsaufschlag konstruiert wurden, was zwangsläufig zu einem höheren Bauteilgewicht führte.

Aufgrund dieses so genannten Gussfaktors hatten Gussteile bei der Berechnung der Festigkeiten einen Malus gegenüber Fräs- und Schmiedeteilen. Seit Einsatz des Hero-Premium-Casting-Gießverfahrens hat sich das geändert; mittlerweile können auch Aluminium-Feingussteile mit Gussfaktor 1,0 sicher hergestellt werden.

Tital intensiviert Zusammenarbeit im Vertrieb

Während die japanischen Partner im Sommer 2009 für fünf Wochen bei der Tital in Bestwig waren, um sich über das Verfahren und die Produktion zu informieren, stellte Titals Projektbetreuer Hans-Peter Nicolai in Japan sicher, dass die Gussteile in der vier Wochen andauernden Testphase die entsprechenden Qualitätskriterien erfüllen. Nach der Inbetriebnahme der Gießanlage wird nun regelmäßig ein Erfahrungsaustausch stattfinden. Die Zusammenarbeit im Vertrieb wird intensiviert, wie Tital ankündigt.

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