Schutzmaßnahmen auf der K 2010

VDMA-Arbeitsgemeinschaft Protect bietet Hilfe zum Schutz von Produkt und Know-how

25.06.2010 | Redakteur: Josef-Martin Kraus

Thorsten Kühmann, Geschäftsführer VDMA Kunststoff- und Gummimaschinen: „Bereits jedes elfte der von Plagiaten betroffenen Unternehmen gehört zum Fachzweig Kunststoff- und Gummimaschinen.“ Bild: VDMA

„Wer seine Produkte und sein Know-how ungeschützt lässt, der verschenkt bares Geld.“ Rainer Glatz übertreibt mit seiner Aussage nicht. Der Geschäftsführer der neuen Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz (AG Protect) im VDMA muss zur Unterstützung seiner jungen Initiative nicht fischen gehen: Mitstreiter werden ihm von den weltweiten Aktivitäten der Produktpiraten ins Netz getrieben.

Rund 6,4 Mrd. Euro Schaden durch Produktpiraterie

Im Durchschnitt beträgt der Umsatzverlust deutscher Unternehmen aufgrund von Produjtpiratierie etwa 4%. Das ist laut Glatz „nicht als Bagatelle“ abzuschreiben. Vor zwei Jahren lag der Wert noch bei 3,7%. Der repräsentativen VDMA-Umfrage 2010 zufolge wird der durch Produktpiraterie entstehende Schaden allein für die Investitionsgüterindustrie auf 6,4 Mrd. Euro geschätzt – und die Dunkelziffer sei hoch.

Die Anzahl der im Maschinen- und Anlagenbau betroffenen Unternehmen stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Knapp zwei Drittel aller Unternehmen in der Branchen sind bereits von Plagiaten betroffen. „Der Umsatzverlust wird von manchen Firmen fälschlich als nicht zu änderndes Faktum akzeptiert, aber damit ist das Problem nicht vom Tisch“, warnt der Geschäftsführer der neuen Arbeitsgemeinschaft.

Wer Produktpiraterie nicht bekämpft, schafft sich laut Glatz ein weiteres Problem. Denn aus Plagiateuren werden immer häufiger direkte Konkurrenten am Markt – und dann ergibt sich ein höherer Verlust an Aufträgen als bei den illegalen Aktivitäten.

Unternehmen suchen praktikable Schutzmaßnahmen gegen Plagiate

Die AG Protect möchte das Problem bei den Wurzeln packen - und bläst zum Sammeln: Sie hat für Anbieter von Verfahren und Dienstleistungen zum Schutz von Produkten und Know-how eine Plattform errichtet, die es nach Angaben des Geschäftsführers in dieser Form bisher nicht gab: „Niemand hat das Thema in der ganzen Breite der Technologie abgedeckt“, sagt Glatz mit Verweis auf seine Intention, mit der er diese Arbeitsgemeinschaft gegründet hat, „das ist zum Auftrag der AG Protect geworden; immer mehr betroffene Unternehmen suchen nach praktikablen und zuverlässigen Lösungen und diesen wollen wir professionelle Hilfe anbieten.“

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