Kunststoff-Netzwerk Franken

Podiumsdiskussion brachte Klarheit in die Energiedebatte bei Spritzgießmaschinen

23.07.2010 | Autor / Redakteur: Hans Rausch / Josef-Martin Kraus

Laut Hoyer schreitet die Verbreitung elektrischer Direktantriebe in der Praxis nur langsam voran, obwohl sich in den meisten Fällen Kostenvorteile hinsichtlich Energie und Produktionskosten nachweisen ließen. Meist liege es am höheren Investitionsaufwand für die technisch aufwändigen Hybrid- und elektrischen Maschinen. Der Anwendungstechnik warnt jedoch, die reinen Investitionskosten der Maschinen als alleiniges Entscheidungskriterium heranzuziehen.

Vielmehr hält Hoyer es für notwendig, die Investitionssummen über die Maschinenlebenszeit hinweg zu betrachten. Nur so ließe sich eine wirkliche Steigerung der Energie- und Produktionseffizienz erreichen. Aus dieser Art der Kostenausweisung und -darstellung resulierten neue Anforderungen an die Kostenermittlung und -analysen bei Spritzgießsystemen.

Energetische Analyse des Gesamtsystems statt der Einzelmaschine

Franz Pressl, Produktmanager bei Engel zeigte Möglichkeiten zur Energieeinsparung beim Spritzgießen auf. Dabei verwies auch er auf die Notwendigkeit einer optimalen Maschinenauslegung. Sie sei die Grundvoraussetzung für eine energieeffiziente Produktion. Einen generellen Ansatz sieht er in der Verwendung kleinerer Maschinen. Dadurch ließen sich die elektrischen Anschlusswerte und damit der Energieverbrauch reduzieren.

Wichtiger sei jedoch die Betrachtung des Gesamtsystems. So ermögliche eine Isolierung der Massezylinder bis zu 40% Heizenergie einzusparen – und dies bei vertretbarem Kostenaufwand. Gerade diese nachrüstbaren Potenziale sollten Spritzgießer konsequent ausschöpfen.

Ecodrive treibt Spritzgießmaschinen mit großen holmlosen Werkzeug-Schließeinheiten an

Bei der Antriebstechnik sieht Pressl zwei Lösungsansätze: einerseits für Spritzgießmaschinen mit großen holmlosen Werkzeug-Schließeinheiten. Für sie hat der österreichische Maschinenhersteller Engel, Schwertberg, das hydraulische Antriebskonzept Ecodrive entwickelt. Im Gegensatz zur heutigen Standardhydraulik mit Asynchronmotor basiert es auf einer Konstantpumpe mit Servomotor, also einer Servohydraulik.

Der Vorteil: Die Geschwindigkeit der Maschine steht in direktem Zusammenhang mit der Drehzahl des Antriebs. Bei einem servohydraulischen Antrieb werde nur die tatsächlich benötigte Drehzahl gefahren, erläuterte der Produktmanager: Der Antrieb sei nur während der Achsbewegungen aktiv, ansonsten der Energieverbrauch praktisch Null, zum Beispiel während der Formteilkühlung.

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