Simulation

3D-Simulationssoftware vereinfacht Herstellung komplexer RTM-Teile

04.11.2010 | Redakteur: Josef-Martin Kraus

Simulation der Harzinjektion zur Herstellung eines Rotorblatts für Windenergieanlagen. Angewendet wurde dazu die Software PAM-RTM 2010. Bild: ESI

Bei der Herstellung großer, komplexer Bauteile aus Faser-Verbundwerkstoffen im Harzinfusionsverfahren ist die genau Festlegung der Belüftungspositionen sowie der Einspritzstrategie eine Herausforderung, denn es fehlen computergestützte Simulationsverfahren. Dieses Manko will Softwarespezialist ESI jetzt beseitigen.

Vor kurzem hat ESI die Software PAM-RTM 2010 am Markt eingeführt: als Modul des Softwarepakets ESI Composites Simulation Suite, das die Prozess- und Bauteilsimulation im Bereich Faserverbundwerkstoffe ermöglicht, zum Beispiel durch LCM-Prozesssimulation (Liquid Composites Molding) und DMP-Berechnungen (Distributed Memory Processing). Mit der Markteinführung des Moduls deckt das Software-Paket nun ein breites auf LCM basierendes Verfahrensspektrum ab.

Neue Software hilft, Zeitvorgaben ohne Qualitätseinbußen einzuhalten

Bisher waren LCM-Anwender gezwungen, vor der Herstellung großer, komplexer Bauteile aus unterschiedlichen Verbundwerkstoffen und Einlegern umfangreiche und damit zeitaufwendige Versuche vorzunehmen. Nur mit hohem Aufwand ließen sich laut ESI zufriedenstellende Herstellungsprozesse erreichen. Das war beispielsweise dann erforderlich, wenn der Harzfluss im Werkzeug über den Bauteilquerschnitt nicht gleichmäßig ist.

Mit dem erweiterten Softwarepaket wird dagegen die Möglichkeit hervorgehoben, enge Zeitvorgaben ohne Qualitätseinbußen einzuhalten – insbesondere bei Bauteilgeometrien, die ein detailliertes Netz erfordern. Die DMP-Berechnung biete die Möglichkeit, Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen in mehrere Millionen Elemente aufzuteilen, als Schalen- oder Volumenelemente.

Anwendungen für die Software auch in der Windenergiebranche

Anwendungsbereiche für die Software werden unter anderem in der Luft- und Raumfahrttechnik sowie im Anlagenbau der Windenergiebranche gesehen: zur Herstellung von Robotblättern. So entwickelt und fertigt der französische Spezialist Snecma Propulsion Solide, Le Haillan bei Bordeaux, Feststofftriebwerke und Verbundwerkstoffe für die Anwendungsbereiche Industrie, Verteidigung, Luft- und Raumfahrttechnik.

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