24.05.11 | Redakteur: Josef Kraus

Der Maschinenhersteller Krauss-Maffei rüstet sich für die Zukunft. Auf dem Competence Forum 2011 in München wurde die Strategie dazu deutlich: Sie ist prozess- und werkstoffgetrieben. „Wir sind mit unserem Portfolio sehr gut aufgestellt, um kommende Marktpotenziale zunutzen“, bemerkte Dr. Dietmar Straub, Vorstandsvorsitzender der Krauss-Maffei AG.
So sieht Straub in Prozess- und Werkstoffkombinationen die Chance, den Verarbeitern polymerer Werkstoffe einen Mehrwert entlang der Wertschöpfungskette zu bieten. Ein Beispiel dafür ist das Kombi-Verfahren Skinform. Es erzeugt Thermoplastteile mit Polyurethanoberflächen auf einer Maschine.
Auf diese Weise kommen die Vorteile jedes Werkstoffs bauteilgerecht zum Tragen. Das Formteil kann viele Funktionselemente, zum Beispiel Rippen und Montagepunkte für Anbauteile, haben. Es wurde auf der Maschine CX200-750 in einem Zwei-Kavitäten-Werkzeug hergestellt.
In der ersten Kavität erfolgte dabei das Spritzgießen des Thermoplasträgers. In der zweiten Kavität fand die „Beschichtung“ mit einem Polyurethan-Integralschaum statt: einem aliphatischen Zwei-Komponenten-Polyurethan, das erst kürzlich am Markt eingeführt worden ist, eine hohe UV-Beständigkeit und Soft-Touch-Eigenschaften hat. Um das Polyurethan in die Kavität zu spritzen, wurde der Hochdruck-Mischkopf der Misch- und Dosierstation Rimstar Hybrid 4/4 auf dem Werkzeug montiert.
Auf der Maschine CX-300-140 IMC wurde das Kombi-Verfahren Fiberform demonstriert. Es kombiniert das Umformen und das Umspritzen von Organoblechen in einem Werkzeug. Heraus kommen montagefertige Polyamidteile für die Automobilindustrie. Die Organobleche lieferten dabei die hohe Steifigkeit aufgrund der Endlosfaserverstärkung. Das Anspritzen mit Polyamid führte zur Integration weiterer Funktionselemente, zum Beispiel geformter Bolzenlöcher.
Ziel der Verfahrensentwicklung ist die Metallsubstitution. Sie stand im Anwendungsfokus vieler Exponate, die Krauss-Maffei im Technikum für Reaktions- und Spritzgießtechnik präsentierte.
Das war insbesondere bei der Herstellung von CFK-Bauteilen im Hochdruck-RTM-Verfahren der Fall, das der Maschinenhersteller in allen Prozessschritten demonstrierte: von der Herstellung der trockenen Preforms bis zur mechanischen Nachbearbeitung der gefertigten Teile. Die Harzinjektion im Hochdruck-RTM-Verfahren fand in einer Presse mit 6000 kN Schließkraft statt, wobei der zentrale Formenträger MX600 auf Komponenten der Spritzgießtechnik basiert. Mit diesem Modularkonzept nutze man bewährte Bauteile aus der Spritzgießmaschinenfertigung, heißt es.
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