21.04.2009 | Redakteur: Frank Fladerer

Größere und längerfristige Projekte bleiben eher von der Krise verschont als kleinere. Zumindest in der Oberflächentechnik ist das der Fall, wie Verbandsvertreter auf der Hannover-Messe
Größere und längerfristige Projekte bleiben eher von der Krise verschont als kleinere. Zumindest in der Oberflächentechnik ist das der Fall, wie Verbandsvertreter auf der Hannover-Messe 2009 deutlich machten. So haben die Anlagenhersteller in der Lackiertechnik noch einen guten Auftragsbestand.
Dagegen schlägt die Krise beim kurzfristigeren Komponentengeschäft direkt auf die Umsatzentwicklung durch. Auch bei den Lackerzeugern ist die zweigeteilte Entwicklung zu erkennen. Während langfristige Projekte im Schiffsbau und beim Korrosionsschutz noch gut verlaufen, brach die Nachfrage nach Lacken auf anderen Anwendungsmärkten ein.
Auch in der industriellen Plasma-Oberflächentechnik beeinflusst die Krise die einzelnen Sparten unterschiedlich. So hat die Fachabteilung Oberflächentechnik im VDMA als „direktester Krisenindikator“ den Rückgang in der Lohnbehandlung ausgemacht. Verantwortlich dafür sind die kurzen Lieferzeiten zwischen Oberflächenbehandlung und Kunden. Seit Ende 2008 ist in der Lohnbehandlung ein Rückgang der Nachfrage von über 30% zu verzeichnen. Auf ähnliche Werte kommt man in der industriellen Plasma-Oberflächentechnik im Komponentengeschäft.
Dagegen werden sich die Auswirkungen der Krise im Anlagenbau erst zeitversetzt zeigen. In den vergangenen zwei Jahren stieg der Umsatz in der industriellen Plasma-Oberflächentechnik laut VDMA-Fachstatistik um etwa 100%.
Über alle Branchen der Oberflächentechnik hinweg rechnen die Verbandsvertreter mit einem deutlichen Nachfragerückgang in diesem Jahr. So erwarten die Hersteller von Lacken und Farben einen Absatz von 1,5 Mio. t. Das entspricht laut dem Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VDL) einem Rückgang von 4% im Vergleich zum Vorjahr.
Der größte Einbruch wird bei Automobillacken zu verzeichnen sein, deren Bedarf in diesem Jahr um 7 bis 10% niedriger ausfallen soll. Auch bei Industrielacken rechnet man mit einem Verbrauchsrückgang unter Vorjahresniveau.
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