14.03.11 | Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef Kraus

Das Schleppfinishverfahren macht die manuelle Oberflächenbearbeitung großer Werkstücke überflüssig. Das zeigt eine Anlage mit wannenförmigem Behälter. Die Werkstücke werden darin nicht senkrecht, sondern waagrecht in ein Bett aus Schleif- und Polierkörpern getaucht. Die Arbeitsgänge sind automatisiert.
Sollen Werkstückoberflächen in einem Arbeitsgang entgratet, geschliffen und poliert werden, bietet sich das Geitschleifen an. Sind dabei stoßempfindliche Oberflächen zu bearbeiten, kommt das Schleppfinishverfahren ins Spiel. Bei diesem Verfahren werden die Werkstücke in Halterungen gespannt und rotierend um die eigenen Achsen durch ein Bett aus Schleif- oder Polierkörpern gezogen.
Schleppfinishanlagen eignet sich daher vor allem für kleinere Werkstücke – zumindest nicht für so große Teile, für die man bei der Otec Präzisionsfinish GmbH, Straubenhardt, die Anlage DF-H konzipiert hat (Bild 1). Groß bedeutet in diesem Fall maximal 1000 mm Werkstücklänge und 500 m Werkstückdurchmesser.
Ende vergangenen Jahres wurde die Schleppschleifanlage am Markt eingeführt: auf der Airtech 2010, der 5. internationalen Zuliefermesse für die Luft- und Raumfahrttechnik in Frankfurt am Main. Sie automatisiert das Entgraten, Schleifen und Polieren von Werkstücken im Großformat.
Üblicherweise werden so große Oberflächen in der Praxis noch manuell bearbeitet. Dabei stellt die Komplexität der Bearbeitung die Mitarbeiter immer wieder vor Herausforderungen. Eine fehlende Prozesssicherheit ist die Folge.
Gerade in der Luft- und Raumfahrttechnik, aber auch im Maschinen- und Anlagenbau, ist die Prozesssicherheit aber die Basis für eine hohe reproduzierbare Qualität und Präzision, zum Beispiel bei der Fertigung von Turbinen und Turbomotoren. Dort sei, so der Anlagenhersteller, eine verlässliche, immer wiederkehrende Präzision der Werkstückoberflächen ein wichtiges Qualitätskriterium. Die Schleppfinishanlage DF-H soll daher bei Großteilen zum Einstieg in die automatisierte Bearbeitung führen.
Anders als bei üblichen Anlagen für das Schleppfinishverfahren werden die Werkstücke nicht vertikal, sondern horizontal in die Haltevorrichtungen (Aufnahmen) gespannt. Der Arbeitsbehälter ist daher als horizontale Wanne ausgelegt – statt als runder vertikaler Behälter.
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