Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube
Plasmatechnik

Robuste Antihaftbeschichtungen substituieren Keramik und PTFE

| Autor / Redakteur: Gregory Werding und Tariq Rasa / Josef-Martin Kraus

Bild 1: In der kubischen Plasmakammer mit 1 m Seitenlänge werden Bauteile innen und außen beschichtet. Die Beschichtung der Innenflächen ist unproblematisch.
Bildergalerie: 4 Bilder
Bild 1: In der kubischen Plasmakammer mit 1 m Seitenlänge werden Bauteile innen und außen beschichtet. Die Beschichtung der Innenflächen ist unproblematisch. (Bild: Surcoatec)

Firmen zum Thema

Die Forderung des Maschinenbaus nach multifunktionalen Oberflächen spielt den DLC-Beschichtungen in die Hand. Das zeigt die Entwicklung einer Antihaftbeschichtung für die Lebensmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie. Je nach Modifizierung erhält sie weitere Eigenschaften. Die Substitution von Keramik- und PTFE-Schichten hat begonnen.

Viele Fertigungsmittel der Lebensmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie müssen nicht nur Antihafteigenschaften haben, sondern auch eine exzellente Oberflächenhärte, die derberen mechanischen Beanspruchungen standhält. Beides meistert die Antihaftbeschichtung DC99 der Surcoatec AG, Düren. Sie bewältigt kombinierte Herausforderungen wie Anhaftungen, Anbackungen, Abrasion und Korrosion.

Auch Kalk- und Meersalzablagerungen werden verhindert. Dazu kommen Easy-to-clean-Effekte und chemische Inertheit wie Säuren- oder Laugenbeständigkeit. Dieses Eigenschaftsprofil sorgt für deutlich weniger Ausschuss, erhebliche Kosten werden eingespart.

Beschichtung wird in einem plasmagestützten Verfahren aufgebracht

Die Beschichtung wird in einem plasmagestützten Verfahren auf die Fertigungsmittel aufgebracht (Bild 1). Im Gegensatz zu konventionellen Plasmaverfahren können damit komplexe Oberflächengeometrien beschichtet werden – sogar Hohlräume und Innenflächen (Bild 2). Das Coating erfolgt in einer kubischen Kammer mit 1 m Seitenlänge. Werden längliche Teile diagonal eingelegt, kann deren Abmessungen 1 m und mehr betragen.

Das Beschichten funktionaler Bauteiloberflächen in plasmagestützten Verfahren hat heute einen Entwicklungsstand, der sich mit dem von Werkzeugbeschichtungen im Zerspanungsbereich vor 20 Jahren vergleichen lässt. Beschichtete Zerspanwerkzeuge sind aus der modernen Fertigung nicht mehr wegzudenken. Bei funktionalen Bauteilen darf man in einer relativ kurzen Zeit eine ähnliche Entwicklung erwarten. Danach werden derartige Beschichtungen für viele Fertigungsmittel in der Lebensmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie Standard sein.

Modifizierbarkeit öffnet Tor zur Multifunktionalität

Antihaftbeschichtungen sind in der Lebensmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie heute gang und gäbe. Doch ihre Achillesferse ist offenkundig: die mangelnde mechanische Belastbarkeit. Genau für diese Problematik wurde die Beschichtung DC99 entwickelt. Dabei handelt es sich um eine DLC-Schicht (Diamond-like Carbon).

Je nach Prozesseinstellung bietet sie die notwendigen Antihafteigenschaften von Keramik oder Polytetrafluorethylen (PTFE) – mit dem Unterschied, dass sie auch die mechanische, chemische und thermische Belastbarkeit der beschichteten Bauteile erhöht (Bild 3). So bieten die beschichteten harten und glatten Bauteiloberflächen einen deutlich höheren Widerstand gegen Kratzer. Die Schichtdicke beträgt dabei nur 1 bis 5 µm.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 36863120 / Oberflächentechnik)