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Reinigung

Paletten lieber schonend als zu gründlich gestrahlt

| Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Bild 1: In der Strahlanlage befreit RHI seine stählernen Umlaufpaletten von Teerrückständen, die Handhabung übernimmt ein Roboter.
Bild 1: In der Strahlanlage befreit RHI seine stählernen Umlaufpaletten von Teerrückständen, die Handhabung übernimmt ein Roboter. (Bild: Itasse)

Beim Hersteller von Feuerfestprodukten RHI werden Stahlpaletten mit einer Strahlanlage von Teerrückständen befreit. Dabei geht es nicht nur um die Sauberkeit, sondern auch darum, eine möglichst lange Lebensdauer der Umlaufpaletten zu sichern.

Feuerfeste Steine sind das Kernprodukt des Werks von Veitsch-Radex in Radenthein: In den Kärntner Alpen baut das Unternehmen circa 90.000 t Rohmagnesit pro Jahr ab. Daraus stellt das Tochterunternehmen des österreichischen RHI-Konzerns feuerfeste Produkte her, die überall dort eingesetzt werden, wo in industriellen Prozessen extrem hohe Temperaturen herrschen. Beispiele für die Anwendungsbereiche sind Konverter und Elektroöfen in der Stahlindustrie, Drehrohröfen in Zementwerken oder Glasschmelzöfen in der Glasproduktion. Eines der in Radenthein hergestellten Produkte sind die teergetränkten Steine. Dabei werden die gepressten Steine unmittelbar nach der Wärmebehandlung mit Teer getränkt. Die 240 °C heißen Steine werden unter Vakuum (0,8 bar) mit ebenso heißem Teer geflutet.

Pech läuft beim Fluten auch über die Trägermedien

Bei einer Haltezeit von bis zu 20 min wird der Tränkkessel auch noch mit Stickstoff bis 20 bar beaufschlagt. Dadurch werden die offenen Poren im Stein mit Pech verschlossen. „Das verhindert später das Eindringen von flüssigem Metall in den Stein, was diesen schneller zerstören würde“, erläutert Bernhard Mörtl, Project Manager Manufacturing Competence Center Robotics & Finishing bei RHI. „Oberflächliches Tränken würde nicht funktionieren, weil die Steine sehr maßhaltig sein müssen, gefordert sind, je nach Produkt, Genauigkeiten im Zehntelmillimeter-Bereich. Dazu werden die Steine nach dem Tränken gestrahlt, sodass sich der Teer nur noch im Inneren befindet.“

Beim Fluten läuft das Pech allerdings nicht nur in die Steine, sondern über die Trägermedien. Diese 1,2 m × 1,2 m großen, stapelbaren Umlaufpaletten werden im ganzen Werk genutzt: von den hydraulischen Pressen über das Hochregallager, den Temperofen, die Tränke bis hin zum Palettieren. Insgesamt werden circa 8000 Paletten in zwei Typen – hoch und niedrig – im Werk eingesetzt. Klar, dass hier kein Teer als Verunreinigung verschleppt werden darf. „Wenn noch Teer auf den Paletten wäre, würde er im Temperofen schmelzen und alles verunreinigen“, erläutert Mörtl.

Strahlanlage erspart zusätzlichen Handlingaufwand

Zuvor musste vor dem Tränkvorgang ein zusätzlicher Handlingaufwand betrieben werden, um die schmutzigen Paletten nicht in den Umlauf zu geben. Durch den neuen Prozessablauf konnte dieser zusätzliche Arbeitsschritt eliminiert werden.

Beim Reinigungsverfahren für die Umlaufpaletten setzt der Hersteller auf das Strahlen. „Die Steine werden zwar zum Teil auch geschabt, aber das geht nur, wenn sie eine einfache Geometrie haben. Die Geometrie der Palette ist hingegen sehr komplex, da kommt Schaben nicht infrage“, sagt Mörtl. Zunächst hätten er und seine Kollegen die Anschaffung einer Rollbahnstrahlanlage erwogen, doch die Investitionskosten hätten sich als zu hoch herausgestellt. So entschied sich Veitsch-Radex für eine Drehtisch-Strahlanlage von Agtos. Diese entwickelte der Emsdettener Hersteller auf Basis einer Hängebahn-Strahlanlage.

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