06.06.2007 | Redakteur: Josef-Martin Kraus

Stuttgart (jk) – Der Dürr-Konzern profitiert vom Wachstum der Automobilindustrie in Osteuropa. So erhielt der Maschinen- und Anlagenbauer in den vergangenen Wochen in dieser Region zwei Großaufträge mit einem Gesamtvolumen von rund 130 Mio. Euro. Weitere Aufträge stehen zur Vergabe.
Bereits im März beauftragte der koreanische Autobauer Hyundai Dürr mit der Planung und dem Bau einer kompletten Lackiererei für sein neues Werk im tschechischen Ostrawa. Der Auftrag hat einen Wert von 78 Mio. Euro. In Ostrawa werden bei der Produktion von Pkw und SUVs umweltfreundliche Wasserlacke zum Einsatz kommen. Mit einer geplanten Kapazität von über 300 000 Einheiten pro Jahr handelt es sich um eine sehr leistungsfähige Lackiererei.
Die Montage der Anlage wird Dürr im September 2007 beginnen, sodass Hyundai Mitte 2008 mit der Produktion starten kann. Dieses Projekt ist bereits der vierte Großauftrag, den der Hyundai-Konzern Dürr innerhalb der vergangenen 18 Monate erteilt hat.
Im April erhielt Dürr von Volkswagen den Auftrag für den Bau einer kompletten Lackiererei im russischen Kaluga. Das Auftragsvolumen beträgt mehr als 50 Mio. Euro. Im Lieferumfang ist unter anderem das Rotationslackierverfahren Rodip für den Auftrag des Grundlacks enthalten. Kennzeichnend für dieses Verfahren ist laut Dürr Systems eine optimale Benetzung aller Hohlräume sowie eine gleichmäßigere Verteilung des Lacks auf der Oberfläche.
Geliefert werden außerdem 19 Roboter für die Außenlackierung, die Füll- und Decklack auftragen. Dürr beginnt im Jahr 2008 mit der Montage; die Produktion auf Volllast startet im Jahr 2009.
Dürr hat im ersten Quartal 2007 einen Auftragseingang aus Osteuropa von über 150 Mio. Euro erzielt und damit vom Produktionsanstieg in dieser Region profitiert. Experten schätzen, dass die Produktion von Light Vehicles (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) in Osteuropa von derzeit rund 5 Mio. Einheiten bis zum Jahr 2012 auf rund 8 Mio. Einheiten zunehmen wird. Das Wirtschaftswachstum und die ansteigende Kaufkraft haben laut einer Studie der Bundesagentur für Außenwirtschaft zur Folge, dass die Nachfrage nach qualitativ höherwertigen Automobilen zunimmt.
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