28.09.2006 | Redakteur:
Wassermischbare Kühlschmierstoffe und Neutralreiniger sind aufeinander abgestimmt.
Der Verträglichkeit unterschiedlicher Betriebshilfsstoffe im Metallbearbeitungsprozess widmet die Produktentwicklung von Henkel hohe Aufmerksamkeit. Weil Kühlschmierstoffe durch Ausschleppungen in nachfolgende Reinigungs- und andere Oberflächenbehandlungsbäder gelangen, wurden die wassermischbaren Kühlschmierstoffe Multan und die Reiniger P3-Neutracare 3000 optimal aufeinander abgestimmt. Resultat: Die Prozessführung wird deutlich effizienter und reduziert den Produktverbrauch.
Zwar machen Kühlschmierstoffe nur einen Bruchteil der direkten Kosten in der Fertigung aus, doch sie haben großen Einfluss auf die Gesamtkosten. Als flüssiges Medium durchwandern sie alle Stufen der Prozesskette. Dabei beeinflussen sie die Oberflächenqualität der behandelten Teile, die Beanspruchung der Werkzeuge und die Sauberkeit der Maschinen. Nach den Zerspanungsoperationen gelangen sie durch Ausschleppung auch in die Teilereinigung und in die Oberflächenbehandlungsverfahren, was die Qualität und Standzeit der Reinigungs- und Oberflächenbehandlungsbäder beeinflusst. Mit den wassermischbaren Kühlschmierstoffen der Reihe Multan und der Reinigerserie P3-Neutracare 3000 bietet Henkel der metallverarbeitenden Industrie nun ein kompatibles Produktsystem für die Zerspanung und die nachgelagerten Fertigungsschritte. Dadurch lassen sich hohe Oberflächengüte und Bauteilsauberkeit bei maximaler Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Prozesse erzielen.
Die wassermischbaren Multan-Kühlschmierstoffe haben sich in der Hochleistungs-Aluminiumbearbeitung bewährt. Ihre Formulierung ist semi-synthetisch aus Mineralöl und pflanzlichem Öl aufgebaut. Die Produkte sind borfrei und enthalten keine Phosphor-, Schwefel- und Chlorverbindungen. Ein patentgeschütztes Emulgatorkonzept ist für ihre außerordentliche tribologische Leistungsfähigkeit und bakteriologische Stabilität verantwortlich. Ein gewichtiger Vorteil sind auch die längeren Werkzeugstandzeiten. So kommt es beim Einsatz von Multan nicht mehr zur gefürchteten Aufbauschneidenbildung. Ein weiteres Plus ist der im Vergleich zu konventionellen Produkten deutlich geringere Verbrauch. Beim Erstansatz beträgt die Konzentration nur rund 5%, beim Nachsatz maximal 2%. In Betrieben mit Zentralversorgungsanlagen erreicht die Emulsion Standzeiten von über zwei Jahren, was die Verbrauchs-, Wartungs- und Entsorgungskosten erheblich reduziert. Auch hinsichtlich des Arbeitsschutzes haben sich Multan-Kühlschmierstoffe als überlegen erwiesen. Der Verzicht auf problematische Inhaltsstoffe und die niedrige Anwendungskonzentration tragen zu ihrer sehr guten Hautverträglichkeit bei. Im letzten Jahr kam mit Multan 97-40 ein weiterentwickeltes Produkt auf den Markt, das schon jetzt die strengeren Bestimmungen der ab September 2006 gültigen EU-Biozid-Richtlinie 98/8EG erfüllt und nicht kennzeichnungspflichtig ist.
Für den der Zerspanung nachgelagerten Prozess der Reinigung und Entfettung hat Henkel die Serie P3-Neutracare 3000 entwickelt, bei der es sich um eine völlig neue Generation von wässrigen Neutralreinigern handelt. Der Hintergrund: In der Automobilindustrie sowie im Maschinen- und Werkzeugbau werden hauptsächlich demulgierende Neutralreiniger eingesetzt, die oberflächenaktive Wirkstoffe enthalten, um die Schmutzpartikel zu lösen. Außerdem werden Korrosionsinhibitoren beigemischt, die nach der Reinigung einen Schutzfilm auf der Teileoberfläche bilden.
Nachteilig bei den bisherigen Neutralreinigertypen ist jedoch, dass sie zur Abtrennung von Ölen und Emulsionen, die mit den Teilen in die Reinigungsbäder eingeschleppt werden, Tenside enthalten, die sich rasch verbrauchen. Um die Reinigungswirkung konstant zu halten, müssen daher ständig größere Mengen von Additiven nachdosiert werden. Zudem müssen die eingetragenen Öle und Emulsionen samt ihrer Schmutzfracht aus den Reinigungsbädern entfernt werden, was mit den üblicherweise genutzten Schwerkraftölabscheidern nur begrenzt möglich ist. All dies macht die Pflege der Reinigungsbäder sehr aufwendig. Problematisch ist außerdem, dass die bisher eingesetzten Tenside meist Chlorid- oder Sulfatgehalte aufweisen und damit den Korrosionsschutz unterminieren.
Bei den neuen Neutralreinigern sind die Tenside in einer Rohstoffkombination eingebunden. Die Produkte der Serie P3-Neutracare 3000 machen die Nachdosierung von Additiven erstmals nahezu vollkommen überflüssig. Die Badführung wird sehr einfach und die Badstandzeiten verlängern sich erheblich. Dies zeigte sich bei einem Pilotprojekt in der Teilefertigung im Werk eines großen Automobilherstellers. Dort kam es zur Einschleppung großer Mengen von emulgatorhaltigen Bearbeitungsölen in die Reinigungsanlage, wodurch die Tenside des konventionellen Neutralreinigers bereits nach einer Woche verbraucht waren. Um die geforderte dreiwöchige Standzeit zu halten, war die kontinuierliche Zugabe von Additiven bisher unvermeidlich.
P3-Neutracare 3000 läuft dagegen sechs Wochen problemlos und praktisch ohne Nachgaben, wodurch die Badstandzeiten verdoppelt werden konnten. Außerdem zeigt sich eine deutlich schnellere und wirkungsvollere Ölabscheidung. Außer der stark verbesserten Leistungsfähigkeit zeichnet sich die Rezeptur der neuen Reinigerserie dadurch aus, dass sie kein Chlorid oder Sulfat enthält, was zu einem besseren Lagerkorrosionsschutz beiträgt. Damit ermöglichen die neuen Neutralreiniger effizientere Reinigungsprozesse und höhere Oberflächenqualität der behandelten Teile.
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