01.02.2008 | Redakteur: Dietmar Kuhn

Seit 175 Jahren sorgen Erfindergeist und unternehmerischer Mut kontinuierlich für Maschinenbauinnovationen „Made in Saxony“. Marken wie WMW, Heckert und Niles eroberten im 20. Jahrhundert den Weltmarkt. Heute ist Sachsen das mitteldeutsche Maschinenbauzentrum mit mehr als 34000 Beschäftigten in zirka 450, vor allem kleinen und mittleren Unternehmen. Deren Jahresumsatz liegt bei über 5 Mrd. Euro, die Exportquote bei 42%.
Eine besondere Stärke Sachsens ist der Werkzeugmaschinenbau. Die Niles-Simmons-Hegenscheidt-Gruppe beispielsweise hat in Chemnitz ihren Hauptsitz. Auch Starrag Heckert und Trumpf sind hier aktiv. Mit dem Werk Radebeul der Koenig & Bauer AG ist der Marktführer bei Bogenoffset-Druckmaschinen in Sachsen tätig. In Plauen stellt die MAN Roland Druckmaschinen AG Rollenoffset-Rotationsmaschinen für den Zeitungsdruck her.
Weltweit einen guten Ruf hat der sächsische Sondermaschinenbau. Automatisierungs- und Montagelösungen sowie Laserbearbeitungsanlagen der Utz Sondermaschinen GmbH oder der Sitec Industrietechnologie GmbH sind rund um den Globus im Einsatz. Zahlreiche Unternehmen für Anlagenbau, Fördertechnik und Hebezeuge, Antriebstechnik, Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen sowie Werkzeug- und Formenbau runden das Kompetenzprofil ab.
Eng vernetzt mit den Anforderungen der Industrie wird in Sachsen intensiv an der Entwicklung neuer Materialien und Prozesse gearbeitet, wie beispielsweise am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz. Faserverstärkte Verbundkeramik-Bauteile der M&T Verbundtechnologie GmbH Mittweida verstärken das Crew-Return-Vehicle-System der Internationalen Raumstation ISS.
Die Zusammenarbeit in Netzwerken ist für die überwiegend kleinen und mittelständischen sächsischen Maschinenbau-Unternehmen zu einer Schlüsselgröße geworden, um sich unter veränderten Wettbewerbsbedingungen bei Innovationsfähigkeit, Schnelligkeit, Flexibilität und Kostenreduzierung zu behaupten. Die staatlich geförderte Verbundinitiative Maschinenbau Sachsen (VEMAS), das Kompetenzzentrum Maschinenbau Chemnitz/Sachsen e.V. (KMC) und der Interessenverband Chemnitzer Maschinenbau e.V. (ICM) stärken und fördern die Innovationskraft der Kompetenznetzwerke. Zukunftsorientiert arbeiten das noch junge Innovationscluster „Mechatronischer Maschinenbau“, der Materialforschungsverbund Dresden e.V., das Netzwerk Elewer (Elektronenstrahl als Werkzeug) und das Netzwerk für innovative Oberflächentechnik und Anlagenbau (NOA).
Sächsische Bildungs- und Forschungseinrichtungen für den Maschinenbau gehören zu den führenden in Deutschland. An drei Universitäten, fünf Hochschulen und zwei Berufsakademien werden jährlich etwa 6000 Ingenieure ausgebildet. Hinzu kommt eine breit gefächerte Forschungslandschaft, die vor allem durch die Fraunhofer-Gesellschaft mit allein acht Instituten geprägt ist. Bundesweit einmalig ist die selbstständige Forschungseinrichtung Chemnitzer Textilmaschinenentwicklung gGmbH in Chemnitz (Cetex).
Neuerdings spielt das Maschinenbauland Sachsen auch im grenzübergreifenden Verbund mit Tschechien und Polen eine führende Rolle.

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