10.04.2008 | Autor / Redakteur: Lothar Handge / Ulrike Gloger

Düsseldorf (ug) – Trotz der aktuellen Eintrübung der weltwirtschaftlichen Aussichten setzen die Maschinen- und Anlagenbauer in Nordrhein-Westfalen weiter auf Wachstum. Dr. Reinhold Festge, Vorstandsvorsitzender des VDMA NRW, bekräftigte auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes: „Wir bleiben bei der im Herbst verkündeten Wachstumsprognose für die Maschinenproduktion von real 5% für dieses Jahr.“
Diese Prognosen basieren auf hohen Auftragsbeständen, einem bis zuletzt positiven Auftragseingang, vor allem aber einem nach wie vor ausgeprägten Wachstumsoptimismus. Zwar geht auch Festge davon aus, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr an Tempo verlieren wird, doch war ein solches Szenario bereits Grundlage der Überlegungen bei Aufstellung der Produktionsprognose im vergangenen Herbst.
Das vergangene Jahr war für den Maschinen- und Anlagenbau in Nordrhein-Westfalen das erfolgreichste Jahr der Nachkriegszeit. Der Umsatz stieg 2007 nach vorläufiger Hochrechnung von 36,9 Mrd. Euro 2006 um nominal 15,6% auf 42,6 Mrd. Euro. Real entspricht dies einer Wachstumsrate von 12,8%.
Damit liegt Nordrhein-Westfalen knapp über dem Wachstum im Maschinenbau in Gesamtdeutschland (nominal 14,6%, real 12,0%). Zu dem Anstieg trugen laut Festge sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft bei, allerdings gestaltete sich die Entwicklung der Ausfuhren deutlich dynamischer.
Die Exporte expandierten nominal um 20,4% von 20,9 Mrd. Euro 2006 auf 25,1 Mrd. Euro. Das entspricht einem preisbereinigten Plus von 17,5%. Gestiegen sind vor allem die Lieferungen in die osteuropäischen Staaten, die weiterhin vom Nachholbedarf und im Falle Russlands von hohen Erlösen aus Öl- und Gasverkäufen profitieren.
Daneben konnte die Branche aber auch in den etablieren EU-Ländern ordentliche Zuwächse verzeichnen. So konnten in Dänemark, Finnland, Italien, Portugal, Spanien sowie Großbritannien zweistellige Zuwachsraten erzielt werden.
Die Lieferungen nach Asien legten mit 5,6% etwas verhaltener zu. Im Nahen und Mittleren Osten trübte das Irangeschäft, das wegen politischer und wirtschaftlicher Sanktionen sowie wachsender Verunsicherung deutscher Maschinenexporteure um mehr als ein Viertel einbrach, die ansonsten erfreuliche Bilanz.
Kompensiert wurden die Verluste durch Markterfolge in anderen Ländern, wie Saudi-Arabien. Mit einem nominalen Anstieg von 6,2% erreichte die Branche für die VR China ein Exportvolumen von 2,4 Mrd. Euro. Festge: „China ist damit erstmalig größter Einzelmarkt der nordrhein-westfälischen Maschinenbauer vor den Vereinigten Staaten.“
Weil sich auch das Inlandsgeschäft 2007 sehr positiv entwickelte, konnte die Branche in NRW rund 9400 neue Stellen schaffen und beschäftigt nun 197 800 Menschen.
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 249310)