28.09.2006 | Redakteur:
Auf der EMO werden die Sägemaschinenbauer die Themen Hartmetall und Handhabung in den Vordergrund stellen. So bildet Kasto die gesamte Prozesskette ab, von der Zuführung übers Sägen bis zum Sortieren der Abschnitte per Roboter. Auf der Maschinenseite sind im Zusammenspiel mit den Sägebändern oder -blättern möglichst lange Standzeiten sowie hohe Schnittgeschwindigkeiten bei möglichst perfekter Qualität gefragt.
Auf der EMO werden die Sägemaschinenbauer die Themen Hartmetall und Handhabung in den Vordergrund stellen. So bildet Kasto die gesamte Prozesskette ab, von der Zuführung übers Sägen bis zum Sortieren der Abschnitte per Roboter. Auf der Maschinenseite sind im Zusammenspiel mit den Sägebändern oder -blättern möglichst lange Standzeiten sowie hohe Schnittgeschwindigkeit bei möglichst perfekter Qualität gefragt.Die Stahlhändler haben wegen der explodierten Stahlpreise in den vergangenen Jahren richtig Geld verdient.“ Armin Stolzer, Geschäftsführer der Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG in Achern, und Konrad Roggenbuck, Niederlassungsleiter Sägetechnik Deutschland der Amada Austria GmbH, trafen diese Aussage unabhängig voneinander gegenüber dem EMO-Journal. Der boomende Stahlhandel, der zusehends mehr Aufgaben auch für die Industrie übernimmt, war zuletzt ein guter Kunde der Sägemaschinenhersteller. Die spezialisierten Händler können ihre Maschinen besser auslasten als die Industrie und fragen große Stückzahlen sehr leistungsfähiger Großband- oder Kreissägen nach. „Außerdem“, sagt Armin Stolzer, „ist es für die Industrie billiger, ihre Teile fertig gesägt einzukaufen.“ Der Kasto-Chef erwartet, dass Industriebetriebe „weiter Volumen abgeben“. Dennoch würden sie für manche Gehrungsschnitte oder empfindliches Material Universalmaschinen nachfragen, die „nicht ganz so leistungsfähig, aber flexibel und leicht zu bedienen sind“. Automatische Gehrungssäge mit Schnitt von unten Klar, dass die Maschinenbauer auf der EMO im September in Hannover für jeden Kundenkreis das jeweils passende Angebot vorstellen wollen. So wird Kasto zwei Modelle für Maschinenbauer und Metallverarbeiter zeigen: Eine vollautomatische Gehrungskreissäge mit Schnitt von unten aus der Kastoflex-Baureihe, die laut Stolzer im Vergleich zum Vorgänger etwas „aufgeräumter und ergonomisch optimiert“ wurde, sowie die neue Gehrungsbandsägemaschine Vericut mit vertikal ablaufendem Band, deren Gehrung um eine horizontale Schwenkachse beidseitig verstellt werden kann. Dieses maschinenbauliche Prinzip ist in den USA schon gängig und hat Vorteile in der Zugänglichkeit und den Automatisierungsmöglichkeiten. Als einen Schwerpunkt für den Stahlhandel zeigen die Süddeutschen ihr Logistikzentrum, allerdings wohl nur als virtuelle Präsentation. Damit bildet Kasto die vollständige Prozesskette ab: Das Lagern von Blechen, Langgut oder von Teilen in Paletten oder Gitterboxen, die Vereinzelung im neuen Manipulator-System Sawcell, das Schneiden mit einer Kreissägemaschine sowie das Robotersortieren der fertigen Abschnitte. Sawcell kann unterschiedliche Materialien aus den Kragarmen einer Sägekassette ebenso greifen wie vertikal gestapelte Werkstücke von oben, um sie an die Säge zu bringen.Der japanische Sägenhersteller Amada will nach Hannover die 530er-Bandsägemaschine HFA 530 CNC mitbringen, deren Sägerahmen das Band von unten führt statt wie üblich von oben. Die Maschine zeichnet sich nach Aussage von Konrad Roggenbuck durch eine kompakte Bauweise, hohe Schnittleistung und geringe Vibrationen aus. Dazu wolle man noch ein Schmankerl vorstellen, das im Vorfeld aber nicht verraten werden darf. Nur so viel: Es geht um ein „ganz neues technisches Prinzip“ des Sägens, das einen wirklichen Innovationssprung darstellen soll.Ferner stellt Amada, die neben Maschinen auch Sägebänder und -blätter selbst herstellen, den neuen Bimetall-Sägebandtyp Chipbreaker vor. Dessen spezielle Zahngeometrie verhindert, dass sich die Späne am Zahngrund festreiben. „Das erhöht die Lebensdauer des Sägebandes erheblich“, versichert Roggenbuck. Zusätzlich werde durch Höhenunterschiede zwischen den Zahnspitzen die Reibung – und damit die Hitzeentwicklung – beim Sägen reduziert. Die Folge seien längere Standzeiten, weniger Zahnausbruch, geringere Gefahr eines Bandbruchs sowie sehr hohe Schnittleistungen über alle Materialien vom Normal- bis zum Werkzeugstahl.Auch die RSA Entgrat- und Trenn-Systeme GmbH & Co. KG aus Lüdenscheid bietet Werkzeuge und Maschinen an. Geschäftsführer Rainer Schmidt sieht daher den Streit zwischen Maschinenbauern und Werkzeugherstellern gelassen: „Die Sägeblatthersteller definieren die Wirtschaftlichkeit des Systems meistens über die Standzeit des Werkzeugs, die Maschinenhersteller über die Ausbringung. Beides hebt sich aber auf.“ Je größer der Output, umso geringer die Standzeit des Sägeblatts; je länger das Werkzeug halten soll, umso geringer ist die Ausbringung. Anwender sollten sich nicht verunsichern lassen, rät Schmidt: „Es ist in vier von fünf Fällen am besten, die Maschine voll auszulasten, denn die Sägeblattkosten, speziell fürs Nachschärfen, sind im Vergleich gering.“ Man müsse das für jeden Werkstoff und die jeweiligen Schnitt-Variablen berechnen, um etwa zu entscheiden, ob ein Hartmetall- oder HSS-Blatt eingesetzt werden soll. „Bei hohen Stückzahlen lohnt sich das Nachrechnen in jedem Fall“, sagt Schmidt und bietet den Service Wirtschaftlichkeitsberechnungen direkt mit an.Das Thema Hartmetall dürfte übrigens nach Ansicht von Rene Eger, der bei der Hans Kaltenbach Maschinenfabrik GmbH + Co. KG in Lörrach für Sales & Marketing zuständig ist, auf der EMO ganz klar einen Schwerpunkt darstellen. Denn mit Hartmetall-Sägebändern lässt sich mit einem einfachen Wechsel des Sägebandes die Schnittzeit deutlich verkürzen. Voraussetzung allerdings: Die vorhandene Bandsägemaschine muss für den Betrieb mit solchen Werkzeugen ausgelegt sein.Beispielsweise hat Kaltenbach das Konzept des Bandsägeautomaten KBR speziell für diese Zwecke ausgelegt. Die Maschine zeichnet sich laut Eger in erster Linie durch eine fortschrittliche Linearführungstechnik aus, die die ältere Konstruktionsart der Rundsäulenführung auf dem Markt immer mehr verdrängt. „Um Schwingungen wie sie beim Sägen mit Hartmetall-Bändern entstehen ausreichend dämpfen zu können, haben wir den Sägerahmen besonders steif konstruiert“, sagt Rene Eger. Der Anwender könne trotzdem auch herkömmliche HSS-Sägebänder verwenden. RSA-Chef Rainer Schmidt verspricht kurze Werkzeug- und Materialwechselzeiten quer durchs Programm. Zur Messe präsentiert man unter anderem die Mehrfachschnittsäge Rasacut MC, die zwei bis drei Rohre gleichzeitig mit einem Schnitt bewältigt, ohne dass die Genauigkeit leiden soll. Die Kreissägemaschine kann mit Modulen zum Entgraten, Anfasen, Messen, Reinigen, Stapeln oder einer 100%-Kontrolle verkettet werden, ohne die Ausbringung zu reduzieren.Bearbeitung von Aluminium stellt Herausforderung dar Neu im Programm hat RSA auch die Rasacut OC, die automatisch perforierte Rohre sägt, etwa für Regalsysteme oder Auspuffrohre, die an wiederkehrenden Stellen gelocht sind. Die Säge misst den Abstand der jeweils nächsten beginnenden Perforation zum Anfang des Rohres, schneidet etwaigen Überstand ab und sägt dann das richtige Stück. Manuelles Abmessen oder Arbeiten mit halbautomatischen Sägen gehören damit der Vergangenheit an. „Die Messung senkt die Schnittleistung nicht“, versichert Rainer Schmidt.Mit welcher Aussage die Behringer GmbH, Kirchardt, nach Hannover kommt, war im Vorfeld nicht zu erfahren. Doch Geschäftsführer Christian Behringer weist darauf hin, dass auch von der Werkstoffseite Bewegung in den Markt kommt. So stelle die Bearbeitung von Aluminium die Sägenhersteller vor neue Aufgaben. Denn Alu verhalte sich unter der Säge ganz anders als andere Materialien. Es erfordere beispielsweise eine Maschinensteuerung, die die Geschwindigkeit zu Schnittbeginn etwas herunter fahren könne, damit das Sägeband sanfter in das Aluminium eintaucht und das Schneidergebnis präzise ausfalle. Gleich nach Beginn des Schnittes verursacht das Aluminium - auch wegen der hohen Sägeleistungen, die erforderlich sind, um das Material zu trennen - ein erhebliches Spänevolumen. Dieses muss zügig und gründlich aus dem Schnittfeld entsorgt werden. Spänebürsten auf beiden Seiten des Sägebandes entfernen während des Bearbeitens anhaftende Späne. Zudem sind spezielle Rollenführungen an Stelle von Gleitführungen beim Alusägen von vornherein vorgesehen. „Ein größerer Späneförderer sowie exakt arbeitende Spänebürsten am Sägeband sind also ein absolutes Muss“, sagt Christian Behringer. Außerdem wurde die Kreissägen-Geometrie auf den Prüfstand gestellt und bei den Maschinen erreicht, dass die Schnittkräfte überwiegend vom festen Anlagebacken und der Spann-auflage aufgenommen werden. Das schont die Maschine und sorgt für einen günstigen Späneabflug.
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