Kaltumformung

Kaum Stillstand dank permanenter Prozesskontrolle

22.10.2008 | Autor / Redakteur: Annedore Munde / Annedore Munde

Bild 1: Mit der PK 6000 können die Prozessparameter beim Pressen, Stanzen oder Walzen unkompliziert überwacht werden.

Die deutschen Hersteller von Kaltumformteilen behaupten sich auf dem Weltmarkt, ohne den Standort wechseln zu müssen. Wichtig für die wettbewerbsfähige Produktion ist auch eine kontinuierliche Prozessüberwachung, die die Abläufe dokumentiert, Fehler erkennt und so ungewollte Stillstände auch bei der Blechumformung oder beim Stanzen vermeidet. Hier setzt ein modulares Monitoring-System an.

Die Prozesskontrolle erfolgt durch Sensoren, die im Werkzeug oder in der Maschine installiert werden und durch präzise Kraftmessungen kleinste Veränderungen im Produktionsmuster erkennen. Die Auswertung und Visualisierung erfolgen dann über das Monitoring-System (Bild 1). Eine Produktion von fehlerhaften Teilen und die damit verbundenen Kosten werden vermieden und die Maschine wird automatisch vor Überlastungen geschützt.

Monitoring verhindert Produktionsstopp

Messmöglichkeiten gibt es beispielsweise für Stempelbruch, Doppelblecherkennung und Stanzbutzenfrüherkennung. Denn wenn hochgezogene Stanzabfälle zwischen das Werkzeug und den Stanzstreifen geraten, verursachen sie nicht nur Qualitätseinschränkungen. Sie können auch weitreichende Störungen der Produktion verursachen.

Qualitätsanforderungen werden durch Monitoring-Systeme standardisiert und dadurch wird gleichzeitig die Werkzeugstandzeit erhöht. Auch die Hubzahlen, die häufig von dem Feingefühl und der Erfahrung des Einrichters bestimmt werden, können durch die Unterstützung der Messtechnik gesteigert werden. Ergänzend zu diesem vorhandenen Gefühl liefern Monitoring-Systeme verlässliche Echtzeitdaten und einen umfassenden Maschinenschutz.

Monitoring-System speichert Werkzeugdaten zentral

Das Monitoring-System Factorynet ermöglicht auf Basis der einzelnen Komponenten die Speicherung von Werkzeugdaten in einer zentralen Datenbank und damit einen unkomplizierten Geräte-Austausch. Herzstück des Systems, das alle Produktionsdaten zusammenführt, ist die Factorynet-Box. Sie ist als Rechner ins Firmennetzwerk integriert und hält Verbindung mit dem Brankamp-Server in Erkrath.

Bild 2: Das Monitoring-System Factorynet ist modular aufgebaut und bietet so vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.Bilder: Brankamp
Bild 2: Das Monitoring-System Factorynet ist modular aufgebaut und bietet so vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.Bilder: Brankamp

Für Sicherheit sorgt die sogenannte Biss-Box (Brankamp Intranet Security System), ein Standard, mit dem auch das Bundesfinanzministerium arbeitet. So ist Fernwartung von Erkrath aus kein Problem. Zudem sind beim Austausch eines Process-Monitoring-Systems alle Daten auf der Factorynet-Box gesichert und können so automatisch wieder ins System eingespeist werden (Bild 2).

Maschinenstillstände werden durch eine genaue Überwachung minimiert. RFID-Chip-basierte Werkzeugbegleitkarten, die mit den Geräten in der Produktion kommunizieren, machen den Status von Produktionskomponenten transparent.

Die Vorteile für die tägliche Produktion: Dank Features wie Factory-M sind alle Produktionsdaten in Echtzeit auf jedem PC im Büro verfügbar, der News Picker sichert einen optimalen Informationsfluss für den einzelnen Werker in der Produktion – auch per E-Mail oder SMS. Nach Aussage von Brankamp-Geschäftsführer Hans-Peter Schneider ist der Einstieg in diese neue Technologie ohne große Einmalkosten über attraktive Leasingmodelle möglich.

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