Walter AG

Aus drei Werkzeug-Marken mach eine

01.10.2008 | Autor / Redakteur: Ken Fouhy / Ulrike Gloger

Peter Witteczek, Vorstandsvorsitzender der Walter AG in Tübingen: „Der Markt bietet eine Vielzahl an Lieferanten. Der Kunde möchte weniger, aber dafür die besten Lieferanten haben, die ihm 70, 80, 90% seines Bedarfs abdecken und die auch eine globale Präsenz haben. Diesem Ruf sind wir gefolgt. So sehen wir eine große Chance, dass der Kunde dies auch annimmt.“ Bild: Walter

Die Walter AG hat umstrukturiert. Peter Witteczek, Vorstandsvorsitzender des Unternehmes, hat im MM-Interview die neue Markenstrategie erläutert und die Zukunftspläne des Tübinger Werkzeugspezialisten dargestellt.

Herr Witteczek, Sie haben die Marken Walter, Prototyp und Titex unter der Dachmarke Walter auf der AMB positioniert. Ist das nur ein Zwischenschritt zur Integration der beiden erworbenen Marken unter der Marke Walter?

Witteczek: Nein, wir sehen dies nicht als Zwischenschritt. Wir sehen mit der neuen Markenarchitektur – beginnend mit Walter als dem Dach des Unternehmens – für alle drei Produktmarken die Produktmarkengruppe. Sie bleiben auch so. Wir wollen nicht die gleichen Fehler machen wie so viele andere Unternehmen, die nach einer Akquisition relativ schnell vom Markt verschwunden sind.

Wie viel investieren Sie, um diese Marke weltweit einzuführen?

Witteczek: Wir arbeiten seit einigen Jahren an diesem Konzept. Die Entscheidung, den Maschinenbau zu verkaufen, war der erste logische Schritt. Dann kam die Überlegung, Round Tools in Zukunft selbst zu produzieren, was den Nachteil gehabt hätte, eine Marktakzeptanz aufbauen zu müssen. Auf der anderen Seite haben wir im Sandvik-Konzern erstklassige Round-Tools-Hersteller, so dass wir uns dann zum Glück für Titex und Prototyp entschieden haben. Dann mussten wir zuerst einmal Titex und Prototyp mergen. Nachdem dieses erfolgt war, kam der nächste, letzte Schritt – der Vollzug sozusagen: die Zusammenfassung aller drei Brands in einem Unternehmen. Wenn Sie fragen, wie viel es uns gekostet hat, kann ich es Ihnen nicht sagen. Ich kann nur erahnen, dass es viel Geld war.

Betrugen die Kosten mehrere Millionen Euro oder mehrere zehn Millionen?

Witteczek: Nein, nein! Wir sind zu schwäbisch, um mehr als zehn Millionen auszugeben, aber es waren einige Millionen.

Was macht Sie so zuversichtlich, dass diese Strategie wirklich aufgeht?

Witteczek: Dass wir die Wünsche der Kunden in Produkte und in eine Strategie umgesetzt haben. Der Markt bietet eine Vielzahl an Lieferanten. Der Kunde möchte weniger, aber dafür die besten Lieferanten haben, die ihm 70, 80, 90% seines Bedarfs abdecken und die auch eine globale Präsenz haben. Diesem Ruf sind wir gefolgt. So sehen wir eine große Chance, dass der Kunde dies auch annimmt.

Innerhalb von acht Jahren werden Sie Ihren Umsatz – wenn Ihr Plan in den nächsten drei Jahren aufgeht – bei 1 Mrd. Euro fast verzehnfacht haben. Ist das der Endzustand, mit dem Sie das Unternehmen an Ihren Nachfolger übergeben wollen?

Witteczek: Es ist natürlich meine Aufgabe, meine Nachfolge vorzubereiten – und hier sind wir in einer guten Situation. Im Hause Walter haben wir mehrere Möglichkeiten, aus den eigenen Reihen in Zukunft diese Aufgaben zu besetzen. Das Zweite ist, ich möchte das Unternehmen natürlich in einer guten Marktposition übergeben, nachdem eine gewisse Konsolidierung vollzogen ist. Wer immer dann das Unternehmen führen wird, wird sicherlich neue Ideen haben, um es weiterzubringen.

Haben Sie weitere Akquisitionen geplant, um Ihre Umsatzziele zu erreichen?

Witteczek: In dieser Milliarde Umsatz ist gedanklich eine Akquisition mit berücksichtigt und wir sind immer für gute Akquisitionen offen – Akquisitionen, die zu uns passen, die zur Kultur passen, die auch vielleicht sogar eine bestimmte Ergänzung bringen. Es muss nicht unbedingt produktorientiert sein, es kann auch marktorientiert sein. Wir sind immer zu Gesprächen bereit.

Das heißt aber dann wahrscheinlich, dass die Akquisition in Asien erfolgen wird?

Witteczek: Wir sind in alle Richtungen offen.

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