12.11.2008 | Redakteur: Jürgen Schreier
Die schweizerische Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie konnte ihre ausgeprägte Wachstumsphase der vergangenen Jahre im 3. Quartal 2008 in abgeschwächter Form fortsetzen. Sie schaut für die kommenden Monate jedoch einer stagnierenden bis rückläufigen Entwicklung entgegen.
Während bei den Umsätzen (+6,5%) und Exporten (+5,8%) die hohen Vorjahreswerte übertroffen wurden, schlug sich die konjunkturelle Abkühlung der vergangenen Monate in substanziell verminderten Auftragseingängen nieder, wie der Branchenverband Swissmem mitteilt.
Trotz des zunehmend schwierigeren Marktumfelds konnten die Umsätze der 290 Swissmem-Meldefirmen in den ersten neun Monaten 2008 um 9,1% gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert werden. Zum Wachstum trugen das Ausland (+9%) und das Inland (+9,6%) gleichermaßen bei. Die Unternehmen profitierten dabei von hohen Auftragspolstern, die sich in den kommenden Monaten aber allmählich reduzieren dürften. So lässt die wirtschaftliche Dynamik derzeit nach, was sich im 3. Quartal mit geringeren Wachstumsraten sowohl beim Auslandumsatz (+7,8%) als auch beim Inlandumsatz (+1,9%) bereits bemerkbar machte.
Die Unternehmen der MEM-Industrie exportierten in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 Waren im Wert von 60,9 Mrd. CHF (+5,8%), wobei das Wachstum im 3. Quartal (+5,1%) etwas geringer ausfiel. Vor allem nach Asien konnte im laufenden Jahr ein nach wie vor hoher Exportzuwachs erzielt werden (+10,8%), aber auch die Lieferungen in die USA (+4,9%) und in die Länder der Europäischen Union (+4,3%) – mit 65,7% Exportanteil der weitaus wichtigste Absatzmarkt – waren laut Swissmem zufriedenstellend. Überdurchschnittlich entwickelten sich die neuen EU-Länder Rumänien und Bulgarien mit einem Plus von 10,6% bzw. 9,1%.
In den ersten neun Monaten 2008 hat der Auftragseingang um 12,7% gegenüber der Vorjahresperiode abgenommen, dabei gingen die Auslandaufträge um 14,8% zurück, die Inlandaufträge um 14,4%. Aufgrund der Finanzmarkt- und Bankenkrise und der damit verbundenen merklichen Abkühlung der Weltwirtschaft hat sich diese Entwicklung akzentuiert, so dass im 3. Quartal die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahresquartal um 20,2% gesunken sind (Ausland – 22,9%, Inland – 9,2%).
Innerhalb der MEM-Industrie verläuft die Entwicklung sehr uneinheitlich. Gewisse Teilbranchen verzeichneten im laufenden Jahr nach wie vor ein markantes Exportwachstum, wie etwa die Bereiche Fahrzeuge (+14,3%), Präzisionsinstrumente (+8%) sowie Elektrotechnik/Elektronik (7,4%), während die Entwicklungen im Bereich des Maschinenbaus (+3,6%) sowie des Metallbaus (+3,4%) etwas moderater ausfielen.
Besonders deutlich werden die Unterschiede im Bereich Maschinenbau sichtbar. Während Sparten wie Pumpen (+10,2%) oder Werkzeugmaschinen (+7,4%) durch ein anhaltendes Marktwachstum geprägt waren, sahen sich Produktionssektoren wie etwa die grafischen Maschinen (-7.2%) oder Textilmaschinen (-16,7%) international schon früh mit einem starken Nachfragerückgang konfrontiert.
Die sich im In- und Ausland abzeichnende Rezession führt zu einer weiteren Eintrübung der Geschäftsaussichten sowie zu einem Rückgang des Geschäftsgangs. Die rasche und starke Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro stellt für die Unternehmen der MEM-Industrie eine zu-sätzliche Herausforderung dar.
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