12.03.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Nach einem deutlichen Rückgang im Jahr 2009 erholt sich der spanische Werkzeugmaschinenmarkt langsam. Der spanische Werkzeugmaschinenverband AMF geht laut eigener Mitteilung jedoch davon aus, dass es noch sechs Monate dauern werde, bis sich die zarten Zeichen der Wiederbelebung in der Industrie ernsthaft niederschlagen.
Die Werkzeugmaschinenproduktion lag im Jahr 2009 in Spanien mit 762,5 Mio. Euro um 27,8% unter dem Vorjahreswert (1,06 Mrd. Euro) und erreichte damit den tiefsten Stand seit zehn Jahren, wie der Verband weiter berichtet. Die Exporte gaben um 21,8% auf 575,2 Mio. Euro nach (2008: 736 Mio. Euro) und erreichten das Niveau von 2006 bei einer Exportquote von 75%.
Die globale Aufstellung der Werkzeugmaschinenhersteller erweist sich damit laut AFM als wichtige Stütze. Das Verhältnis von Werkzeugmaschinenexport zu -import in Spanien betrug 2009 2,67. Der AFM-Vorsitzende Koldo Arandia kommentiert: „Dies zeigt, dass trotz des dramatischen Nachfragerückgangs unsere Produkte international wettbewerbsfähig sind.“
Bei den Auslandsmärkten nehme Deutschland mit 25% für die spanischen Werkzeugmaschinenhersteller weiterhin den ersten Platz ein, gefolgt von Frankreich und Italien. Vor allem der italienische Markt habe deutlich an Volumen eingebüßt: Stand er 2008 noch für 20% der spanischen Werkzeugmaschinen-Exporte, erreichte sein Anteil 2009 nur noch 8%, so AFM. Zuwächse hätten die Unternehmen in Indien verzeichnet, das zum viertwichtigsten Absatzmarkt vor China avancierte. Das größte Plus habe es in Russland gegeben, das auf Platz sechs vorrückte.
Für 2010 erwartet Arandia, dass sich die Märkte in Europa und Nordamerika nur zaghaft erholen. Wachstum werde hingegen aus den Schwellenländern kommen, angeführt von China und Indien. „Die Herausforderung besteht darin, sich auf diesen Märkten zu positionieren, um vom Wachstum profitieren zu können“, sagte der AFM-Vorsitzende. „Wir müssen unsere Vertriebsanstrengungen erneut verdoppeln und substanzielle Ressourcen mobilisieren.“
Die Importe auf dem spanischen Werkzeugmaschinenmarkt schrumpften hingegen drastisch um 54,5% von 473,3 Mio. Euro im Jahr 2008 auf 215 Mio. Euro im Jahr 2009. Der lokale Verbrauch (Produktion plus Importe minus Exporte) sank um 49,3%. Laut AFM gibt es kaum positive Zeichen auf dem Inlandsmarkt, der Verband erwartet deshalb eine langsamere und schwierigere Erholung als bei den Exporten.
Impulse erwartet der Verband von der Metallbearbeitungs-Messe BIEMH vom 31. Mai bis 5. Juni. Bisher hätten über 800 Unternehmen ihre Teilnahme bestätigt, die Veranstalter erwarten mehr als 20000 Besucher.
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