Bearbeitungszentren/Montageanlagen

Mikron erwartet 2010 nur zaghaften Aufschwung

15.03.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Nachdem die Produktion in der Automobilindustrie Anfang 2009 nahezu zum Stillstand kam, hat Mikron nach eigenen Angaben im Segment Machining in den ersten fünf Monaten fast keine Neumaschine verkauft. Erst im 2. Halbjahr habe eine leichte Wiederbelebung stattgefunden.

Mikron-Segment Machining mit starkem Einbruch

Der hohe EBITDA-Verlust von 16,8 Mio. Franken sei die Folge des Volumeneinbruchs. Trotz einschneidender Maßnahmen habe die Reduktion der Personalkosten nicht Schritt mit dem Rückgang der Wertschöpfung gehalten. Nach einem ersten Abbau des Personalbestandes zu Beginn des Jahres sei vor allem Kurzarbeit geleistet worden, um die Kapazität temporär dem tiefen Geschäftsvolumen anzupassen.

Gegen Ende des Jahres 2009 sei klar geworden, dass mit einer kurzfristigen Erholung des Neumaschinengeschäfts nicht gerechnet werden könne und somit eine nachhaltige Reduktion des Personalbestandes notwendig sei. Der im Dezember beschlossene Abbau von rund 100 Vollzeitstellen werde wie geplant im 2. Quartal 2010 seinen Effekt zeigen. Die entsprechenden Restrukturierungskosten wurden der Erfolgsrechnung 2009 belastet, wie Mikron erläutert. Für das 2. Semester sei der Verlust vor Restrukturierungskosten reduziert worden.

Zögerliche Erholung bei Mikron Machining

Für das Geschäftsjahr 2010 erwartet Mikron Machining eine leichte Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds. Zuerst würden davon das Werkzeuggeschäft sowie der Service profitieren, wo bereits im 4. Quartal 2009 eine Erholung zu verzeichnen gewesen sei.

Für das Investitionsgütergeschäft mit Neumaschinen werde angesichts der Überkapazitäten auf dem Markt und wegen der ungewissen Konjunkturaussichten mit einer zögerlichen Zunahme des Geschäftsvolumens gerechnet. Eine Erholung des Neumaschinengeschäfts sei Voraussetzung zur Erreichung eines ausgeglichenen EBITDA.

Mikron setzt für Maschinen und Schneidwerkzeuge auf Asien

Die gegen Ende 2009 verzeichnete erhöhte Angebotstätigkeit sei ein erstes positives Signal. Zudem biete der asiatische Markt derzeit interessante Möglichkeiten und werde mit hoher Priorität bearbeitet.

Im Segment stamme der größte Teil des Geschäftsvolumens von Kunden aus der Medizintechnik- und Pharmaindustrie. Weiterhin sei im Gesundheitswesen der Trend zur Selbstmedikation ungebrochen. In schwierigem wirtschaftlichen Umfeld habe sich dieses Marktsegment daher als robust erwiesen.

Automations-Standorte in Asien und USA mit Verlust

Mit einem EBITDA von –0,4 Mio. Franken sei ein ausgeglichenes Ergebnis trotz frühzeitiger Umsetzung von Korrekturmaßnahmen knapp verfehlt worden. Die Kosten konnten dem sich im zweiten Halbjahr beschleunigenden starken Umsatzrückgang, der das Resultat fehlenden Volumens von Nicht-Medizintechnikkunden war, nicht folgen, heißt es. Während der Hauptstandort Boudry einen klar positiven Beitrag geleistet habe, hätten die Standorte in den USA und in Asien einen Verlust ausgewiesen.

Für das Geschäftsjahr 2010 rechnet Mikron Automation mit einem leicht verbesserten wirtschaftlichen Umfeld, wobei im Marktsegment Medical/Pharma & Personal Care ein Umsatz auf Höhe des Vorjahres erwartet wird. Obwohl dank gutem Bestellungseingang im vierten Quartal der Auftragsbestand wieder etwas erhöht worden sei, werde die Kurzarbeit am Standort Boudry ab Januar 2010 unumgänglich. Weitere Personalreduktionen will Mikron möglichst vermeiden, um das Know-how der Mitarbeiter zu erhalten.

Mikron Automation will 2010 deutlich profitabel sein

Bei gleich bleibendem Umsatz werde für 2010 mit einem klar positiven Resultat gerechnet. Angestrebt werde ein EBITDA, das aufgrund der Kostenanpassungen klar positiv ausfällt. Die Produkte von Mikron Automation würden mit voller Kraft weiterentwickelt, der Fokus liege dabei auf einer Kostenreduktion und der Nutzung neuer Technologien. Der Marktaufbau in Asien werde beschleunigt. Die neu lancierte Montageplattform Ecoline biete dafür gute Voraussetzungen.

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