28.09.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Die deutschen Maschinenbauer profitieren derzeit von einem starken Russland-Geschäft. Von Januar bis Juli 2010 stieg der Maschinenaußenhandel mit Russland im Vergleich zum Vorjahr um 9% auf über 3 Mrd. Euro, wie der VDMA am Dienstag mitteilt.
„Traditionell bestehen bereits seit Jahrzehnten intensive deutsch-russische Beziehungen im Maschinenbau“, sagte VDMA-Präsident Dr. Manfred Wittenstein auf einer Pressekonferenz zum Auftakt der ITFM Industrial Trade Fair Moscow. Im Jahr 1993 lieferte die Branche lediglich Waren im Wert von 1,7 Mrd. Euro nach Russland. Im Boomjahr 2008 waren es dagegen bereits 8 Mrd. Euro.
„Die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise stoppten diesen Aufwärtstrend im letzten Jahr abrupt. Der heutige Messeauftakt findet jedoch zu einer Zeit statt, in der die geschäftlichen Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und Deutschland wieder deutlich anziehen“, erläuterte Dr. Wittenstein. Gefragt sind vor allem Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, Bau- und Baustoffmaschinen, Werkzeugmaschinen, Allgemeine Lufttechnik und Fördertechnik.
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist in Russland stark gefragt. Rund ein Viertel der russischen Maschinenimporte kommen aus Deutschland, gefolgt von Italien (11,4%), Kanada (9,6%) und USA (7,1%).
„Wir freuen uns, dass wir unsere Position als wichtigster Maschinenlieferant der russischen Wirtschaft trotz schwieriger globaler Rahmenbedingungen zuletzt sogar leicht ausbauen konnten.“, sagte der VDMA-Präsident. „Russland ist für unsere Industrie nicht nur der mit Abstand wichtigste Abatzmarkt in Osteuropa, sondern inzwischen der fünftwichtigste Exportmarkt weltweit.“
Parallel zum Ausbau der Handelsbeziehungen hat der deutsche Maschinen- und Anlagenbau in den letzten Jahren sein Engagement in Russland massiv ausgebaut. Dabei wurden von VDMA-Mitgliedsfirmen mehr als 150 Tochterunternehmen in unterschiedlichen Regionen des Landes gegründet.
Die deutsche Antriebstechnik lag 2009 mit 23% aller russischen Importe in diesem Sektor weit vor der zweitplatzierten Ukraine (14,6%). Die Fluidtechnik weist mit 27,6% vor der Ukraine (Rang 2 mit 14,8%) einen noch größeren Vorsprung auf.
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