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Maschinenbau

VDMA Ost: Mitglieder wählen neuen Vorstand

| Redakteur: Udo Schnell

In Leipzig wählten die Mitglieder 15 Unternehmer in den neuen Vorstand des VDMA Ost.
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In Leipzig wählten die Mitglieder 15 Unternehmer in den neuen Vorstand des VDMA Ost. (Bild: VDMA Ost)

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Turnusgemäß haben die Verbandsmitglieder des VDMA Ost einen neuen Vorstand gewählt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Politik über derzeitige Entwicklungen und ihre Folgen für den ostdeutschen Maschinenbau.

Maschinenbau – us. Die Verbandsmitglieder des VDMA Ost haben turnusmäßig einen neuen Vorstand gewählt – und damit die Weichen für die kommenden vier Jahre gestellt. Während ihrer Mitgliederversammlung am 11. Mai 2017 in Leipzig bestimmten sie 15 Unternehmer der Region, welche ehrenamtlich die Mitglieder und ihre Interessen bis zum Jahr 2020 vertreten sowie die Schwerpunktthemen des Verbandes abstecken.

„Wir haben bereits in den vergangenen Jahren wichtige Themen angestoßen. So wurden Entwicklungen wie die Digitalisierung aufgegriffen, zahlreiche Dienstleistungen für die Mitglieder optimiert und der Dialog mit Vertretern der Landespolitik intensiviert“, blickte Klaus Müller, Geschäftsführer der Kranbau Köthen GmbH und bisheriger Vorsitzender, zurück. Bis zur Neuwahl des Vorsitzenden, die satzungsgemäß im Dezember 2017 stattfindet, übernimmt Müller die Funktion des Vorstandsvorsitzenden weiter.

Verband und Vorstand müssen sich auf Wandel einstellen

Doch die Welt befindet sich Müller zufolge in einem Umbruch – politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Das gehe auch mit immer neuen Herausforderungen einher. „Darauf müssen sich der Verband und der Vorstand einstellen. Wir werden deshalb in der nächsten Legislaturperiode gemeinsam mit der Geschäftsstelle des VDMA Ost die Verbandsaktivitäten noch zielgenauer auf die Erfordernisse der Unternehmen abstimmen. Ich bin sicher, dass davon alle Mitglieder auf ihrem Weg in die Zukunft profitieren“, ergänzte Müller.

Der rasante Wandel wirke sich auch auf die Industrie aus. So müssten sich die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer zunehmend mit politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten auseinandersetzen. Zur Mitgliederversammlung diskutierten daher etwa 100 Vertreter aus Wirtschaft und Politik über einschneidende Entwicklungen und ihre Folgen für den ostdeutschen Maschinenbau.

Mit Blick auf die aktuellen nationalen und protektionistischen Tendenzen in Europa warb Günter Verheugen den Angaben zufolge für eine stärkere und handlungsfähigere Europäische Union. „Wenn es die Idee der europäischen Einigung nicht schon gäbe, müsste sie jetzt erfunden werden“, sagte der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Kommission. In nationalen Alleingängen ließen sich die Probleme nicht bewältigen. Eine starke EU und ein einiges Europa hätten dagegen das Potenzial, eine globale Rolle als mäßigende und ausgleichende Kraft zu spielen.

Vertrauenslücke zwischen EU und Bürgern

Verheugen konstatierte zudem eine große Vertrauenslücke zwischen der Europäischen Union und den Bürgern. Daran habe auch der Ausgang der Wahl in Frankreich nichts geändert. „Es müssen die gestörte Balance zwischen nationalen Gestaltungsräumen und Brüsseler Machtansprüchen gerichtet, wirtschaftliche und soziale Ungleichgewichte überwunden und ein belastbarer Umgang mit dem wachsenden Migrationsdruck gefunden werden“, forderte der Politiker beispielhaft.

Veränderungsbedarf innerhalb der Europäischen Union sah auch Sylke Tempel, führt der Verband aus. Die Herausgeberin der Zeitschrift „Internationale Politik“ betonte jedoch, dass es keine Standardantworten gebe.

Wie der Verband ausführt, erörterten die Teilnehmer die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA besonders intensiv und kontrovers. „Die unsichere politische Weltlage und vermehrte protektionistische Tendenzen treiben uns zunehmend Sorgenfalten auf die Stirn“, erklärte Holger Zastrow, Landesvorsitzender der FDP Sachsen und selbst Unternehmer. Der Freihandel sei für die meisten ostdeutschen Maschinenbau-Unternehmen existenziell. Speziell auf die USA bezogen, sei jedoch vieles noch spekulativ. „Wir müssen für freien Handel ohne Zölle kämpfen, aber auch abwarten, welche Vorhaben der US-Präsident Donald Trump tatsächlich umsetzt“, fügte Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost, hinzu.

Die gewählten Vorstandsmitglieder des VDMA Ost:

  • Dr. Steffen Gebauer, Melag Medizintechnik oHG, Berlin,
  • Jens Hertwig, N+P Informationssysteme GmbH, Meerane,
  • Mathis Kuchejda, Schmidt + Haensch GmbH & Co., Berlin,
  • Dr. Jörg Lässig, Sitec Industrietechnologie GmbH, Chemnitz,
  • Dr. Dagmar Mahrwald, PSI Automotive & Industry GmbH, Berlin,
  • Klaus Müller, Kranbau Köthen GmbH, Köthen,
  • Prof. Dr. Hans J. Naumann, NIles-Simmons Industrieanlagen GmbH, Chemnitz,
  • Markus Radmacher, Kirow Ardelt GmbH, Leipzig,
  • Stefan Schmitz, Schiess GmbH, Aschersleben,
  • Mathias Schwarzendahl, H&T ProduktionsTechnologie GmbH, Crimmitschau,
  • Udo Staps, FKT Formenbau und Kunststofftechnik GmbH, Triptis,
  • Dr. Harry Thonig, Trumpf Sachsen GmbH, Neukirch/Sachsen,
  • Christoph von Waldow, Gerb Schwingungsisolierungen GmbH & Co. KG, Berlin,
  • Ingrid Weinhold, MABA Spezialmaschinen GmbH, Bitterfeld-Wolfen,
  • Jens Wunderlich, Profiroll Technologies GmbH, Bad Düben.

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