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Warum der Umgang mit Ultrahochdruck-Technik Respekt verdient

| Autor / Redakteur: Sebastian Wein / Frauke Finus

Manipulatoren wie der Jetty von Woma ermöglichen eine Fernsteuerung des Höchstdruckgeräts außerhalb der Gefahrenzone.
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Manipulatoren wie der Jetty von Woma ermöglichen eine Fernsteuerung des Höchstdruckgeräts außerhalb der Gefahrenzone. (Bild: Woma)

Bohrinseln reinigen, Stahlprofile schneiden, Schiffsrümpfe in Werften entlockend: Die Anwendungsgebiete für Höchstdruck-Technik sind sehr vielfältig, ebenso wie die am Markt erhältlichen Pumpen, Systeme und Wasserwerkzeuge, die Betriebsdrücke zwischen 250 und 4000 bar umfassen. Doch so vielfältig wie die Einsatzbereiche dieser Technik sind auch ihre Gefahren.

Zahlreiche Unfälle jedes Jahr belegen, dass das Thema Sicherheit im Handling solcher Hochleistungsmaschinen immer wieder ins Hintertreffen gerät. Dies darf nicht passieren – zum Schutz von Mensch, Maschine und Arbeitsumfeld.

Der unsachgemäße Einsatz von Ultrahochdruck-Technik kann schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über die wichtigsten Gefahrenquellen:

  • Der Wasserstrahl, der aus der Lanze oder Pistole austritt, hat eine extrem hohe Geschwindigkeit. Wird er auf Menschen gerichtet, kann dies zu lebensgefährlichen Verletzungen führen. Entscheidend ist hier nicht nur der Betriebsdruck; da das Wasser nicht steril ist, heilen Wunden nur sehr langsam, unter Umständen müssen Körperteile mit verletztem Gewebe sogar amputiert werden.
  • Hochdruckgeräte mit Verbrennungsmotor stoßen giftige Abgase aus und dürfen nur im Freien oder mit einer Abgasableitung betrieben werden.
  • Die verwendete Technik muss vom Hersteller oder anderen autorisierten Personen zusammengestellt sein – nicht kompatible Schläuche, Düsen oder anderes Zubehör können eine Gefahrenquelle darstellen.
  • Das Arbeitsumfeld muss möglichst gefahrenfrei gestaltet sein. Stolperfallen oder das versehentliche Betreten des Arbeitsumfelds durch Dritte sind zu vermeiden.
  • Ultrahochdruck-Technik muss – wie jede Technik – regelmäßig geprüft und gewartet werden, damit Schläuche, Dichtungen und andere Komponenten voll funktionsfähig bleiben und keine Fehlfunktionen auftreten.
  • Der Anwender selbst muss bestmöglich geschützt sein – eine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist daher Pflicht.
  • Neben diesen generellen Risiken gibt es Einsatzfelder, bei denen weitere Herausforderungen bestehen – zum Beispiel bei der Dekontamination von Atomkraftwerken und bei Reinigungsaufgaben in der chemischen und petrochemischen Industrie.

Sicherheit zählt: Die richtige Vorbereitung

Wer mit Ultrahochdruck-Technik arbeitet – ganz gleich, ob es sich um ein Modell mit 250 oder 4000 bar handelt – sollte vor der Inbetriebnahme die Bedienungsanleitung sorgfältig lesen und die darin enthaltenen Hinweise beachten. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Arbeiter körperlich fit sind und regelmäßig geschult werden. In der Arbeitsvorbereitung sollte sichergestellt werden, dass elektrisch betriebene Geräte prinzipiell nur an Spannungsquellen mit Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) angeschlossen werden. So ist gewährleistet, dass es keine Fehlerströme und damit verbundene Unfälle gibt. Bei Modellen mit Verbrennungsmotor oder Ölbrenner zur Erhitzung des Wassers ist es wichtig, auf eine gute Belüftung zu achten. Wenn in geschlossenen Räumen gearbeitet wird, müssen die Abgase über einen Kamin abgeleitet werden. Um Unfälle Dritter zu vermeiden, ist ein Sicherheitsradius von zehn Metern um den Einsatzort einzurichten. Der Arbeiter sollte hierzu eindeutige Markierungen oder Absperrungen anbringen, die sicherstellen, dass niemand diesen Bereich aus Versehen betreten kann. Muss die Arbeit unterbrochen werden, ist das Gerät auszuschalten und gegen unbeabsichtigte Inbetriebnahme zu sichern.

Der Zustand der Maschine

Vor jedem Einsatz gilt es, sich vom einwandfreien Zustand der verwendeten Ausrüstung zu überzeugen. Auf Schadensfreiheit und Funktionsfähigkeit zu prüfen sind: das Netzkabel, die Düsenlanze und Hochdruckpistole, die Schlauchleitungen sowie Sicherheitssysteme wie Druck- oder Temperaturanzeige. Generell gilt, dass alle Komponenten für den maximalen Betriebsdruck und die maximale Betriebstemperatur ausgelegt sein müssen. Es gibt festgelegte Zeitintervalle, nach denen Schläuche ausgetauscht werden müssen, auch wenn äußerlich keine Schäden erkennbar sind. Daher ist es wichtig neben dem Zustand auch das Herstellungsdatum der Schläuche zu überprüfen. Auch der unversehrte Zustand der sogenannten Fangvorrichtung und ihr Austausch nach Vorschrift sind wichtig. Die Vorrichtung ist eine Hülle aus Drahtgeflecht, die den Hochdruckschlauch an seinem Anschluss fixiert und ihn auch dann festhält, wenn sich der Schlauch aus seiner Einbindung lösen sollte. So wird vermieden, dass dieser durch unkontrollierte Bewegungen Schaden verursacht.

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