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Nachgehakt

WAS IST EIGENTLICH MIT … den fehlerhaften Messungen bei intelligenten Stromzählern?

| Redakteur: Udo Schnell

Wolfgang Niedziella, Geschäftsführer des VDE Prüf- und Zertifizierungsinstituts: „Es spricht alles dafür, dass bei den in Deutschland eingesetzten und für den Einsatz vorgesehenen Zählern die gesetzlich vorgegebenen Verkehrsfehlergrenzen nicht überschritten werden.“
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Wolfgang Niedziella, Geschäftsführer des VDE Prüf- und Zertifizierungsinstituts: „Es spricht alles dafür, dass bei den in Deutschland eingesetzten und für den Einsatz vorgesehenen Zählern die gesetzlich vorgegebenen Verkehrsfehlergrenzen nicht überschritten werden.“ (Bild: VDE)

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In den vergangenen Wochen berichteten verschiedene Medien über fehlerhafte Messungen bei intelligenten Stromzählern. Wir sprachen mit Wolfgang Niedziella, Geschäftsführer des VDE-Prüf- und Zertifizierungsinstituts.

Intelligente Stromzähler berechnen Verbrauchern zu viel, hieß es beispielsweise auf Spiegel-Online. Grundlage der verschiedenen Berichte ist eine Studie der Universität Twente, nach der intelligente Stromzähler deutlich überhöhte Werte anzeigen. Wir fragten bei Wolfgang Niedziella nach, was dies für die deutsche Industrie bedeutet.

Wie bewerten Sie die Ergebnisse der Studie? Ist die Problematik in der Branche bekannt?

Zu den Ergebnissen können wir uns kein Urteil erlauben, weil derzeit nicht klar ist, welche Messungen und Geräte der Studie zugrunde liegen. Dass verschiedene Störeffekte zu Fehlmessungen führen können, zum Beispiel die zunehmende Verbreitung von Energiesparlampen oder LED sowie die dezentrale Einspeisung erneuerbarer Energien, ist seit Jahren bekannt. Ursache dafür sind hochfrequente Ströme im Frequenzbereich von 2 bis 150 kHz, die beispielsweise ein Solar-Wechselrichter erzeugt. Vor diesem Hintergrund hat VDE FNN 2010 zusammen mit dem VDE-Institut umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse sind in die Normung und in den VDE FNN-Hinweis „Leitfaden zur Bewertung der Zuverlässigkeit und Messbeständigkeit von Elektrizitätszählern und Zusatzeinrichtungen“ eingeflossen. Der Hinweis beschreibt Anforderungen an Prüfverfahren, die eine systematische Bewertung der Zuverlässigkeit von Stromzählern ermöglichen – auch im kritischen Bereich. Seit 2011 erleichtert er die Entwicklung von Geräten, die im Betrieb resistent gegenüber Störeinflüssen sind.

Wird sich der Rollout der Einführung intelligenter Messsysteme bei Großerzeugern und Großverbrauchern aufgrund dieser Ergebnisse verzögern?

Die Einführung moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme ist durch die Ergebnisse der Universität Twente nicht gefährdet. Das Phänomen war bei der Entwicklung der für den Rollout vorgesehenen Zähler bereits bekannt und entsprechend angepasste Prüfvorschriften sind vorhanden. VDE FNN hat für den anstehenden Rollout des intelligenten Messsystems in Deutschland einen Basiszähler definiert und dabei Bezug auf den genannten Leitfaden gelegt. Sobald die Universität Twente weitere Einzelheiten über die eingesetzten Messverfahren veröffentlicht und die Relevanz der dabei verwendeten Kurvenformen für den Alltagsbetrieb geklärt ist, ist klar, ob weiterer Handlungsbedarf besteht. Der VDE wird die Entwicklung kritisch beobachten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen.

Was raten Sie Anwendern, die bereits intelligente Messsysteme im Einsatz haben?

Es spricht alles dafür, dass bei den in Deutschland eingesetzten und für den Einsatz vorgesehenen Zählern die gesetzlich vorgegebenen Verkehrsfehlergrenzen nicht überschritten werden. Wer sichergehen möchte, kann sein Messgerät dem VDE-Institut zur Prüfung vorlegen. Als „Beliehenes Unternehmen“ führen die VDE-Experten Befundprüfungen unter der Hoheit der Hessischen Eichdirektion durch, wenn der Energieversorger oder Endkunde vermutet, dass ein Messgerät fehlerhaft misst, oder die Vermutung einer Manipulation besteht.

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