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Portrait

10 Jahre iPhone: Ein Fingerwisch für die Ewigkeit

| Autor: Robert Horn

Das I-Phone machte Touchscreens zum Muss für alle zukünftigen Mobiltelefone.
Das I-Phone machte Touchscreens zum Muss für alle zukünftigen Mobiltelefone. (Bild: iPhone First Generation 8GBWikimedia Commons/Carl Berkeley / BY-SA 2.0)

Das iPhone wird zehn Jahre alt. Von der Branche anfangs verlacht veränderte das smarte Telefon unseren Alltag bis heute grundlegend.

Menschen starren auf Smartphones. An Bushaltestellen, in Restaurants, heimlich während eines Meetings oder abends auf der Couch, überall. Sogar auf Konzerten werden die Dinger in Scharen in die Luft gereckt, sei es, um Fotos oder Videos aufzunehmen oder um mit leuchtenden Bildschirmen die in längst vergangenen Tagen üblichen Feuerzeuge bei Kuschelsongs zu ersetzen. Unser Kommunikationsverhalten hat sich verändert, ebenso unser Datenkonsum. Wir surfen, spielen, telefonieren, knipsen, nehmen auf, teilen, chatten, kaufen, hören oder streamen, wo wir wollen und wann wir wollen. Wir erleben die Generation Kopf unten, die Smom­bies (Smartphone + Zombie). Und schuld an allem ist das iPhone, vor zehn Jahren kam es auf den Markt.

Steve Jobs persönlich stellt das iPhone vor

Vorgestellt wird es am 9. Januar 2007 im Moscone Center in San Francisco. Steve Jobs stellt das neue Gerät vor, von Fans heiß erwartet, von den damaligen Platzhirschen auf dem Telefonmarkt, wie Nokia, Blackberry oder Motorola, müde belächelt. Im Trend sind gerade Telefone, die viel Platz und guten Sound für Musik bieten. Ein Handy ohne Tastatur von einem Computerhersteller, der kaum Erfahrungen auf dem Smartphone-Gebiet hat, ist für die Großen der Branche keine Gefahr, so denkt man. Ein Fehler, wie die Geschichte zeigt. Die Präsentation des ersten iPhone mit der Keynote von Jobs ist heute noch auf Youtube zu finden, bereits über 2 Mio. Mal wurde sie geklickt.

Technisch war das erste iPhone nur in Teilen eine echte Revolution

Die technischen Daten von Apples erstem Smart­phone lesen sich, gerade aus heutiger Sicht, nicht wirklich beeindruckend: 3,5 Zoll maß das Display des iPhone von 2007, heutzutage gehören Bildschirmgrößen von 5,5 Zoll zum Standard moderner Taschentelefone. Die Auflösung des Pioniers lag bei 160 ppi, das sind 480 × 320 Pixel. Moderne Handys schaffen heute locker Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel, 441 ppi), Vorreiter wie das Sony Xperia Z5 Premium trauen sich sogar an die 4K-Bildschirmgröße (3840 × 2160 Pixel) heran. Die im iPhone verbaute 2-MP-Kamera taugte derweil gerade mal für Schnappschüsse.

„Dünner als jedes andere Smartphone auf dem Markt“ sei das iPhone, verkündete Steve Jobs stolz während seiner Keynote im Jahr 2007. Mit „dünn“ waren 11,6 mm gemeint, zehn Jahre später misst das iPhone 7 nur noch 7,1 mm. Im Herzen des smarten Telefons werkelte ein Einkernprozessor mit 412 MHz, unterstützt wurden die Mobilfunknetze GSM und Edge. Das schon damals existierende, schnellere UMTS (3G) ignorierten die Entwickler aus Cupertino; erst im Nachfolgemodell, dem iPhone 3G, wurde der Mobilfunkstandard unterstützt.

Ein paar einfache, aber clevere Kniffe machten das iPhone damals so innovativ. So besaß das Telefon nur einen einzigen Knopf, den sogenannten Home-­Button. Abgesehen von Lautstärke und Vibrationsfunktion wurde das gesamte Gerät ansonsten über ein Multitouch-Display gesteuert. Den damals üblichen Gebrauch von elektronischen Stiften lehnte Apple grundsätzlich ab (seit 2015 hat man allerdings selbst einen Stylus im Angebot, den Apple Pencil). Im Jahr 2004 ließ Apple sich die Multitouch-Technik patentieren, entwickelt wurde daran allerdings schon viel länger – bereits 1984 forschte eine Gruppe der Universität Toronto an der Gestensteuerung. Den kommerziellen Durchbruch und die Verbreitung in einer Vielzahl von Produkten bewirkte allerdings erst der Einsatz in Apples erstem Smartphone.

Sensorik und ein restriktiver App Store sichern den Erfolg von Apple

Das erste iPhone wurde von Fans begeistert aufgenommen.
Das erste iPhone wurde von Fans begeistert aufgenommen. (Bild: iPhone in the flesh! / Wikimedia Commons/Blake Burris / BY-SA 2.0)

Innovativ waren auch die drei Sensoren, die im I-­Phone zum Einsatz kamen. Ein Annäherungssensor schaltete den Bildschirm automatisch ab, sobald das Telefon zum Ohr gehoben wurde. Die Tastatur konnte so nicht versehentlich aktiviert werden. Ein Helligkeitssensor regulierte außerdem die Helligkeit des Bildschirms und passte sie automatisch der Umgebungsbeleuchtung an. Ein Beschleunigungssensor stellte das Bild je nach Handhaltung horizontal oder vertikal dar. Ein Novum, das sogar das Betrachten von ganzen Kinofilmen im Handtaschenformat ermöglichte. Da die Tastatur außerdem nur bei Bedarf eingeblendet wurde (und weit intuitiver zu bedienen war als die damals üblichen Zahlentastaturen), konnte der Bildschirm in voller Größe genutzt werden.

Einen großen Wurf landete Apple mit der Einführung der sogenannten Desktop Class Applications, der heute als Apps bezeichneten Programme für das Smartphone. Die Verbreitung der Apps war an Apples Softwareplattform I-Tunes gekoppelt und wurde streng überwacht. So mussten sich alle Programme einer anfangs undurchsichtigen Prüfung unterziehen, bevor sie für den App Store freigeschaltet wurden (oder eben auch nicht). Auf diese Weise sicherte man sich die Monopolstellung, stellte gleichzeitig aber auch sicher, dass keine schädlichen Programme ungeprüft an die iPhone-Besitzer weitergereicht wurden. Und natürlich verdiente Apple bei jeder verkauften App mit.

Rund 2 Mio. Apps finden sich, Stand August 2016, im Apple App Store, die Anzahl der weltweit heruntergeladenen Programme lag allein im September 2016 bei 140 Mrd. Zwar bietet die Konkurrenz inzwischen deutlich mehr (2,35 Mio. Apps im Google Play Store) und der Marktanteil der iPhones in Deutschland kommt an die Bestmarke von 23 % von 2012 wohl nicht mehr heran (3. Quartal 2016: IOS mit 12,5 %, Android mit 76,3 %). Doch seine Anziehungskraft hat das iPhone nie verloren. 215,6 Mrd. US-Dollar Umsatz machte Apple im Jahr 2016, den größten Teil davon, etwa 137 Mrd. US-Dollar, mit dem Verkauf von iPhones.

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