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Porträt 100 Jahre NSK: Ein Jahrhundert Perfektion

| Autor: Stefanie Michel

Im November 2016 feiert NSK (Nippon Seiko Kabushiki-gaisha) ein rundes Jubiläum: Das Unternehmen wird 100 Jahren alt und ist vor allem für seine Wälzlager und Lineartechnik bekannt.

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Das ursprüngliche NSK-Werk in Osaki im Jahr 1916.
Das ursprüngliche NSK-Werk in Osaki im Jahr 1916.
(Bild: NSK)

Der Beginn war bescheiden: Als Takehiko Yamaguchi im November 1916 mit 350.000 Yen (2655 Euro) Kapital die NSK Ltd gründete, war diese der erste japanische (Massen-) Hersteller von Wälzlagern. Dank der japanischen Industriealisierung erlebte das Unternehmen ein signifikaten Wachstum und belieferte in Japan die Bergbauindustrie, die Eisenbahnindustrie, die Textilindustrie und den Schiffsbau – Märkte, die auch heute noch mit NSK-Produkten ausgestattet werden.

Nach dem ersten Weltkrieg baute Japan seine Position als führende Industrienation aus und auch NSK feierte Erfolge: 1932 produzierte man das erste japanische Kegelrollenlager für eine von den Staatsbahnen verwendete benzinbetriebene Fahrzeugachse. Fünf Jahre später entstand das Wälzlager-Produktionswerk in Fujisawa, das bis heute noch in Betrieb ist.

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Im zweiten Weltkrieg war die japanische Industrie auf die Produktion von Militärbedarf ausgerichtet – und damit auch NSK. Als wegen der Kriegsereignisse keine Lager mehr nach Japan importiert werden konnten, eröffnete NSK weitere Produktionsstätten und erhöhte kontinuierlich die Produktionskapazitäten. Kurze Zeit später wurde die Produktion von Japans ersten neuzeitlichen Kugel- und Rollenlagern aufgenommen. Eine weitere Premiere gelang in Japan 1945 mit der Produktion der Hauptwellenlager für die „Ne20“ der japanischen Marine, das erste japanische Strahltriebwerk.

Internationalisierung nach dem zweiten Weltkrieg

Vom starken Wirtschaftswachstum im Nachkriegs-Japan profitierte auch NSK und lieferte seine Wälzlager an neue Zielmärkte: Haushaltsgeräte und Präzisions-Kugelgewindetriebe für Lenksysteme in Fahrzeugen. NSK wagte sich jedoch nicht nur an neue Bereiche heran, sondern auch an die Internationalisierung. Anfang der 1960er-Jahren entstand in Ann Arbor (Michigan, USA) das erste Verkaufsbüro außerhalb Japans, 1963 in Düsseldorf die erste Niederlassung in Europa und 1976 das erste europäische Produktionswerk in Peterlee (Großbritannien) sowie weitere in Brasilien, Nordamerika und Asien.

Mit dem Technologiezentrum ETC investierte NSK 1982 in Elektronik-Knowhow und konnte so 1986 in den Markt von heute mechatronischen Technologien wie elektronische Servolenkungen und Lenkhilfen (Electronic Power Steering = EPS) sowie Assistenzroboter einsteigen. Ab den 1990er-Jahren war die Entwicklung des Unternehmens geprägt von Expansion auf den asiatischen Märkten und Erweiterung von Produktions- und Vertriebsstandorten in Europa. Gleichzeitig forcierte man die Entwicklung neuer Produkte, wie 2004 das (damals) kleinste Rillenkugellager der Welt mit einem Außendurchmesser von lediglich 2 mm und einem Bohrungsdurchmesser von 0,6 mm.

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt