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Supply-Chain-Management

2019: Ungewissheit erfordert Widerstandsfähigkeit

| Autor / Redakteur: Mauro Adorno / Sebastian Human

Die Vorbereitung der Supply Chain auf das Unvorhersehbare könnte zu einem der wichtigsten Trends in 2019 werden.
Die Vorbereitung der Supply Chain auf das Unvorhersehbare könnte zu einem der wichtigsten Trends in 2019 werden. (Bild: Photo by Vlad Tchompalov on Unsplash)

Wir leben in Zeiten der Ungewissheit, in denen es schwierig geworden ist, Vorhersagen zu treffen. Egal ob Brexit, extreme Wettersituationen oder Technologie-Start-ups, die ganze Branchen durcheinanderwürfeln – wir haben es nicht kommen sehen.

Da unsere Lieferketten globaler, komplexer und vernetzter geworden sind, werden sie von unvorhergesehenen Ereignissen hart getroffen und bringen das Geschäft in Gefahr. Leider gibt es keine Anzeichen dafür, dass uns die Ungewissheit im Jahr 2019 verlassen wird.

Daher wird die Vorbereitung der Supply Chain auf das Unvorhersehbare einer der wichtigsten Trends im nächsten Jahr sein. Folgende technologische Fortschritte tragen dazu bei, die Supply Chain widerstandsfähiger zu machen:

Algorithmische Supply-Chain-Planung

Dank IoT können wir uns mit allen Teilen des Supply-Chain-Netzwerks verbinden und Daten sammeln. Inwieweit Unternehmen von ihren Datenmengen profitieren, hängt allerdings davon ab, ob sie das Signal vom Rauschen trennen können. Dazu werden Algorithmen des maschinellen Lernens (ML) genutzt, die auf stochastischen Prognosemodellen basieren. Sie zeigen detailliert eine Reihe möglicher Ergebnisse mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten an. Auf dieser Basis können vorausschauende Algorithmen dann Muster identifizieren und uns dabei unterstützen, rechtzeitig zu reagieren – alles automatisiert. Zweifellos wird diese Art der „algorithmischen Supply-Chain-Planung“, wie Gartner sie nennt, im nächsten Jahr mehr Verbreitung finden.

Digital Twins auf dem Vormarsch

Die wachsende Dynamik des systembasierten Denkens in der Lieferkettenplanung hat den Digitalen Zwilling hervorgebracht, der grob gesprochen nichts anderes als eine Art ultimativer „Was-wäre-wenn“-Planer ist. Digitale Zwillinge ermöglichen es, die Widerstandsfähigkeit einer komplexen, mehrstufigen globalen Lieferkette zu testen. Damit lassen sich die Geschäftsplanung, der Beschaffungsprozess und das Lieferantenmanagement verbessern. Sie werden dazu verwendet, den Einfluss zufälliger Ereignisse auf die Supply-Chain-Planung zu messen, wie zum Beispiel heftige Regenfälle, die ein Distributionszentrum in Italien stilllegen, oder ein „No Deal“-Brexit. Kein Wunder, dass im Umfeld der Supply-Chain-Planung daher für 2019 mit einem Anstieg der Nutzung digitaler Zwillinge zu rechnen ist.

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Blockchain zur Zertifizierung von Daten in der Supply-Chain-Infrastruktur

Sobald Unternehmen die algorithmische Supply-Chain-Planung in Angriff nehmen und mit digitalen Zwillingen arbeiten, müssen sie sich einer Herausforderung stellen, die auch mit Ungewissheit verbunden ist: der Erosion des Vertrauens. Wie stellen Unternehmen sicher, dass das Netzwerk ihren Daten vertraut? Blockchain könnte die Antwort sein. Die Fähigkeit der Blockchain, Transparenz zu schaffen und gleichzeitig die intrinsische Sicherheit und den Wert der Daten zu schützen, macht die Technologie für die Supply-Chain-Infrastruktur interessant. In modernen, mehrstufigen globalen Vertriebsnetzen geht die Datengenauigkeit allzu leicht verloren. Mit Blockchain können Unternehmen die Herkunft von Rohstoffen in der Lieferkette von Lebensmitteln, Medikamenten oder Konsumgütern validieren – eine Track-and-Trace-Aufgabe, die bisher sehr schwierig und teuer war.

In diesem Jahr haben Vorreiter die ersten Schritte mit Blockchain in Supply-Chain-Umgebungen gemacht. Zum Beispiel haben Maersk und IBM ein Blockchain-basiertes Joint Venture gegründet, um Waren über die gesamte Länge der Lieferkette digital zu verfolgen. Einer der Gründe, warum die Stadt Florenz in der Renaissance wirtschaftlich florierte, war die Einführung der doppelten Buchhaltung, die es ermöglichte, eine damals beispiellose Finanzinfrastruktur zu schaffen. Vielleicht werden wir 2019 Zeuge, wie Blockchain einen ähnlichen Siegeszug in der Supply-Chain-Infrastruktur erlebt.

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