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Arbeitsmarkt 41.350 offene Stellen für Informatiker

| Redakteur: Melanie Krauß

Die Rolle des IT-Standortes Deutschland ist stark gefährdet, denn es fehlen IT-Fachkräfte. So lautet das Ergebnis einer Umfrage unter IT-Experten des VDI. Auf einen arbeitslos gemeldeten Informatiker kommen aktuell durchschnittlich 5,3 offene Stellen.

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(Bild: gemeinfrei (Pixabay, Alfredmuller) / CC0 )

„Die derzeitige Verfügbarkeit von IT-Fachkräften in Deutschland wird von 46 % der Befragten als äußerst schlecht eingeschätzt“, so Dieter Westerkamp, Bereichsleiter Technik und Wissenschaft beim VDI.

67,5 % der Befragten machen die niedrige Zahl der Bewerber als hauptverantwortlich für diese dramatische Situation aus. 30,5 % geben an, dass die Bewerbungen nicht passend seien. Nur 18,9 % sprechen von schlechter Qualifikation der Bewerber. „Dabei spüren kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die mangelnde Bewerberlage wesentlich stärker als Großunternehmen. 78,9 % der KMU geben an, zu wenig Bewerbungen zu erhalten. Bei den Großunternehmen sind es ;nur' 64,6 %“, so Westerkamp weiter.

Der Vergleich mit den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigt ein ähnliches Bild. Aktuell liegt die sogenannte Engpassrelation, das heißt das Verhältnis von offenen Stellen zu Arbeitslosen, bei den Informatikern bei 5,3. Westerkamp dazu: „Das ist nach 2016 mit 2,7 und 2017 mit 3,5 eine massive Verschlechterung. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt spitzt sich zu. Auf einen arbeitslos gemeldeten Informatiker kommen durchschnittlich 5,3 offene Stellen. Im 1. Quartal 2018 gab es im Monatsdurchschnitt 41.350 offene Stellen in den Informatikerberufen. Am meisten gesucht werden Softwareentwickler und IT-Sicherheitsexperten.“

50,5 % der Befragten geben an, dass die Engpasssituation dazu führt, dass notwendige Arbeiten nach außen gegeben werden. Westerkamp sieht darin ein Problem: „Anstatt die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden, wird wichtiges Know-how ausgegliedert. Kritisch ist auch, dass 28 % angeben, anstehende Investitionen und Projekte zeitlich zu verschieben oder zu strecken. Das bedeutet einen Geschwindigkeitsverlust, der besonders hohe Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Markt hat. Dies betrifft insbesondere KMU.

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