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Interview

80 Jahre individuelle und effiziente Kundenlösungen

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Benedikt Hofmann

Dr. Christoph Beumer, geschäftsführender Gesellschafter der Beumer Group.
Dr. Christoph Beumer, geschäftsführender Gesellschafter der Beumer Group. (Bild: Beumer)

Die Beumer Group, Beckum, blickt mit einem Umsatz von 680 Mio. Euro auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurück. Beumer konzentriert sich auf seine unternehmerischen Kernkompetenzen, ist innovativ und baut seine Internationalisierung strategisch und konsequent aus.

Einen erheblichen Anteil am Unternehmenserfolg haben nach eigener Aussage die gemeinsamen Werte des Familienunternehmens. 2016 kann man sein 80-jähriges Bestehen feiern. Wie sich das Unternehmen in Zeiten von E-Commerce und Nachwuchsmangel aufstellt, wollten wir vom geschäftsführenden Gesellschafter Dr.-Ing. Christoph Beumer wissen.

Herr Dr. Beumer, am 1. Mai war Ihr Tag der offenen Tür aus Anlass des 80. Firmenjubiläums der Beumer Maschinenfabrik. Sie haben sicher ordentlich gefeiert?

Dr. Christoph Beumer: Ja, es war einfach nur wunderschön. Wir haben uns sehr gefreut, dass so viele Menschen aus Beckum und den umliegenden Ortschaften den Weg zu uns gefunden haben. Wir haben unseren Gästen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm geboten. Genau kann man es natürlich nicht sagen, aber wir schätzen, dass wir circa 10.000 Besucher hatten. Auch zur traditionellen sogenannten Werksmesse, die jedes Jahr am „Tag der Arbeit“ bei einem anderen Industriebetrieb in unserer Stadt stattfindet, haben uns in diesem Jahr rund 2000 Teilnehmer besucht. Die Besucher konnten auf einem Rundgang durch unser Unternehmen erfahren, wie unsere Anlagen und Systemlösungen entstehen. Sie besichtigten die Produktionsstätten, das Hochregallager, die Forschung und Entwicklung, die Konstruktion – und sie konnten sich zudem unser neues Bürogebäude anschauen. Dazu kamen zahlreiche Unterhaltungsangebote. Und auch die Kinder hatten ihren Spaß! Selbst das Wetter hat mitgespielt und so ist es dann am Ende ein schöner langer Abend geworden.

Im strukturierten Strategieprozess Ihres Unternehmens befinden Sie sich nach Wachstum und Globalisierung in der Phase der „Excellence“. Könnte man sagen, auf der Suche nach interner Exzellenz für externen Erfolg?

Beumer: Nach den Wachstumsschritten der vergangenen Jahre müssen wir jetzt alles sortieren, weiter integrieren und auf weiterhin solide Beine stellen. Unsere Stärke war es schon immer, unabhängig handlungsfähig zu sein. Diese Stärke wollen wir uns erhalten und weiter ausbauen. Ein derartiges Wachstum ausschließlich aus eigener Kraft zu finanzieren, ist eine große Herausforderung, die wir sehr gut gemeistert haben. Damit das so bleibt, muss das interne Netzwerk sauber funktionieren. Ich spreche hier ausdrücklich nicht von Konsolidierung – dieses Wort wird oft mit gesund schrumpfen verbunden. Wir wollen das Gegenteil: Wir wollen und werden weiter wachsen. Lediglich die Geschwindigkeit des Wachstums ist so anzupassen, dass die bewährte Beumer-Qualität auch zukünftig sichergestellt ist.

Herr Dr. Beumer, von Ihrem Vater stammt der Leitsatz: „Mein langfristiger Erfolg ist mir wichtiger als der kurzfristige Gewinn.“ Stehen Sie 100%ig hinter diesem Postulat oder macht gerade die Globalisierung sogenannte Quick-Wins notwendig?

Beumer: Dieser Satz ist das Leitbild unseres Unternehmens und wird das auch bleiben, genau das macht unseren Erfolg und unsere Verlässlichkeit aus. Von sogenannten Quick-Wins halte ich gar nichts. Wir sind in erster Linie strategischer Partner unserer Kunden. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Das erreichen Sie nicht von heute auf morgen. Das ist mit sehr viel Arbeit, Ausdauer und Know-how verbunden. Darauf beruhen unsere langfristigen Beziehungen. Und um langfristig wettbewerbsfähig zu sein, unterstützen wir die Unternehmen bei ihren Investitionsentscheidungen, die sie im Rahmen ihrer eigenen strategischen Entwicklung fällen müssen. Diese sollten nicht nur die Gesamtbetriebskosten im Blick haben. Viel wichtiger ist ein ganzheitlicher Ansatz. Bei der Entwicklung unserer Anlagen und Systeme schließen wir deshalb sowohl die ökonomischen, die ökologischen als auch die sozialen Aspekte mit ein.

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