Schuler / Huissel 800-t-Presse mit konstanter Umformgeschwindigkeit

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Werkzeugbauer und Lohnfertiger Huissel hat in eine Presse der MSP-Baureihe von Schuler investiert.

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Die Huissel GmbH ist von Schulers neuer MSP-Baureihe überzeugt und betreibt eine 800-t-Anlage des Typs.
Die Huissel GmbH ist von Schulers neuer MSP-Baureihe überzeugt und betreibt eine 800-t-Anlage des Typs.
(Bild: Schuler)

Die Huissel GmbH mit Sitz im pfälzischen Enkenbach-Alsenborn ist der erste Kunde von Schuler mit einer 800 t starken Presse der neu entwickelten MSP-Baureihe, wie der Pressenbauer mitteilt. Geschäftsführer Gerald Schug hat vor allem das innovative Konzept der Anlagen überzeugt: Bei ihnen kommen zwei ausschließlich elektronisch synchronisierte Antriebsstränge in gegenüberliegender Anordnung zum Einsatz, die aus jeweils einem hochdynamischen Servomotor, einem Bremsmodul und einer Exzenterwelle bestehen.

„Durch den Verzicht auf Zahnräder ist die Maschine viel dynamischer als bisherige Servopressen“, erklärt Schug. In herkömmlichen mechanischen Pressen sorgt ein Getriebe im Kopfstück für den Gleichlauf der Motoren. Bei der MSP-Baureihe liegen zudem die Druckpunkte weiter außen, als man es aus dem traditionellen Pressenbau kennt, wodurch sich die mögliche außermittige Belastung erhöht, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt. Teil des Gesamtkonzepts sei auch eine sehr feine elektronische Parallelitätsüberwachung für den Stößel.

Zusätzliche Automation der Presse

„Der Kniehebelantrieb in Querwellenbauweise spielt vor allem im unteren Arbeitsbereich seine Stärken aus“, ergänzt Schug. Die konstante Umformgeschwindigkeit kurz vor dem unteren Umkehrpunkt bietet vor allem beim Prägen, Biegen und Ziehen mechanische Vorteile. Davon profitiert Huissel unter anderem bei der Umformung von Deckeln und Schalen für Lüftungsanlagen oder von einem etwa 20 mm flachen Blechteil aus Aluminium für einen großen Automobilhersteller, wie es weiter heißt.

Auch mit der Automation der Presse, die Schuler ebenso geliefert hat, ist Schug zufrieden. Zum Lieferumfang gehören eine Bandanlage in Langbauform vom Typ „Power Line“, der Walzenvorschub „Power Feed“ und der modulare elektronische Drei-Achs-Transfer „Pro Trans“ mit aktiver Schwingungskompensation. Eine Dreifach-Beölung des Bandmaterials sorgt für optimale Umformbedingungen.

Werkzeug-Simulation verhindert mögliche Kollisionen

Darüber hinaus investierte Huissel unter anderem für den eigenen Werkzeugbau in die Simulations-Lösung Digi Sim. Damit lässt sich eine mögliche Kollision eines Werkzeugs mit dem Transfer bereits erkennen, während sich dieses noch in der Konstruktionsphase befindet, so Schuler. Im Rahmen einer Schulung im Oktober vergangenen Jahres lernten die Anwender die umfassenden Möglichkeiten der Software kennen und bedienen, wie es weiter heißt.

Zur Steuerung der Presse braucht es dagegen keine großen Vorkenntnisse, da die Bediener bei Bedarf unter sechs bereits einprogrammierten Bewegungskurven des Stößels auswählen können, die auf das gewünschte Produkt abgestimmt sind. Der „Smart Assist“ führt außerdem Schritt für Schritt durch den Einrichtevorgang für neue Werkzeuge, wodurch sich der Produktionsanlauf bei Huissel verkürzen lässt.

Sollte es trotz allem zu einer Fehlbedienung kommen, verhindert die elektronische Überlastsicherung Schlimmeres: Sie registriert ein Überschreiten der Presskraft sofort und ändert innerhalb von wenigen Millisekunden das Drehmoment des Hauptantriebs in die entgegengesetzte Richtung, um einen Werkzeugschaden zu reduzieren.

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