Metallerzeugnisse Ab 1. Oktober gilt die Umkehr der Umsatzsteuerschuld

Redakteur: Claudia Otto

Viele Stahl und Metall verarbeitende Betriebe müssen sich auf eine Neuerung beim Stellen und bei der Eingangsprüfung von Rechnungen einrichten, wie der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V. (WSM) mitteilt. Denn ab 1. Oktober 2014 dürfen bei der Lieferung von Metallerzeugnissen aus Eisen und Stahl sowie Aluminium nur noch Nettobeträge ausgewiesen werden.

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WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer: „Wir fordern, dass die Finanzverwaltung eine längerer Übergangsfrist gewährt.“
WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer: „Wir fordern, dass die Finanzverwaltung eine längerer Übergangsfrist gewährt.“
(Bild: WSM)

Ein im Juli von Bundestag und Bundesrat beschlossenes Gesetz zur Änderung steuerlicher Vorschriften erfordert dies. Damit soll angeblich verstärkt auftretenden Umsatzsteuerbetrügereien vorgebeugt werden.

Bislang gilt: Der Lieferant fakturiert mit Umsatzsteuer und führt diese an das Finanzamt ab. Der Leistungsempfänger kann die Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen. Ab Oktober gilt für die Lieferung von Metallerzeugnissen aus Eisen und Stahl sowie Roheisen oder Spiegeleisen in Masseln, Blöcken oder anderen Rohformen etwas anderes. Auch Körner und Pulver aus Roheisen oder Spiegeleisen, Eisen und Stahl zählen dazu. Bei diesen Lieferungen und weiteren Erzeugnissen aus anderen Metallen schuldet künftig der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer an das Finanzamt.

Rechnungen müssen auf Netto-Rechnungen umgestellt werden

Der Lieferant darf dann nur noch Nettorechnungen ohne Umsatzsteuer ausstellen. Einen Hinweis, dass die Steuerschuldnerschaft auf den Empfänger der Lieferung übergeht, muss die Rechnung ebenfalls enthalten. Die Umsatzsteuer wird vom Leistungsempfänger selbst berechnet und an das Finanzamt abgeführt. Er muss dazu den Umsatz in seiner Umsatzsteuervoranmeldung angeben und versteuern. Gleichzeitig kann er die Vorsteuer aus dieser Leistung abziehen, ohne dass dafür die Steuer in der Rechnung gesondert ausgewiesen sein muss.

Dadurch ergibt sich ein Liquiditätsvorteil für den Leistungsempfänger, denn die Abführung der Umsatzsteuer fällt mit der Vorsteuererstattung zeitlich zusammen. Rechnet der Lieferant fälschlicherweise mit Umsatzsteuer ab, kann der Empfänger aus dieser Rechnung trotzdem keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Gleichwohl muss die fälschlicherweise berechnete Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden.

Längere Übergangsfrist dringend erforderlich

Der WSM setzt sich mit anderen Wirtschaftsverbänden dafür ein, dass die betroffenen Unternehmen mehr Zeit für die Umstellung bekommen. WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer: „Die Umstellung auf das Reverse Charge-Verfahren wird einen erheblichen Umstellungsaufwand für die Unternehmen bedeuten. Das ist mal wieder das Gegenteil von Bürokratieabbau. Wir fordern, dass die Finanzverwaltung eine längerer Übergangsfrist gewährt.“ Mindestens bis Ende des Jahres sollten die Frist verlängert werden.

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