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ABB-Interview ABB Ability: Die Datenaggregation beginnt in der Infrastruktur

| Autor: Sariana Kunze

Mit ABB Ability fasst das Unternehmen ABB sein Angebot an digitalen Lösungen und Dienstleistungen zusammen. Sariana Kunze, Redakteurin unserer Schwesterzeitschrift elektrotechnik, hat mit Dr. Christopher Ganz, Group Vice President Service R&D bei ABB, darüber gesprochen was hinter ABB Ability steckt und welche Inhalte es gibt.

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Dr. Christopher Ganz, Group Vice President Service R&D bei ABB, sieht durch ABB Ability großes Potenzial in Zukunft verbesserte Produkte zu entwickeln.
Dr. Christopher Ganz, Group Vice President Service R&D bei ABB, sieht durch ABB Ability großes Potenzial in Zukunft verbesserte Produkte zu entwickeln.
(Bild: Sariana Kunze, elektrotechnik)

Herr Dr. Ganz, ABB verfügt über 70 Mio. verbundene Geräte, 70.000 digitale Steuerungssysteme und 6000 Softwarelösungen der Enterprise-Klasse und will die digitale Zukunft mitgestalten. Deshalb fassen Sie das Angebot an digitalen Lösungen und Dienstleistungen unter ABB Ability zusammen. Warum? Und: Was steckt dahinter?

ABB ist seit vielen Jahren mit ‚digitalen‘ Lösungen wie beispielsweise Automatisierungssystemen erfolgreich auf dem Weltmarkt vertreten; seit über 40 Jahren übrigens. Wir haben erkannt, dass in all diesen Lösungen Daten erfasst werden, die zusammengefasst und ganzheitlich bewertet zur Optimierung des Betriebs unserer Kunden und der Wartung der Systeme ausgewertet werden können. ABB bietet unter dem Dach von ABB Ability vielfältige Möglichkeiten, Daten aus den digitalen Produkten und Systemen – je nach Anforderungen der Kunden – auszuwerten und in konkrete Handlungen umzusetzen. Hinter ABB Ability stecken sowohl bestehende ABB Lösungen aus den Bereichen der Automatisierungs- und Netzleittechnik, aber auch neue Angebote wie Cloud-basierte Analyselösungen oder Dienstleistungen, die auf der Auswertung gesammelter Daten basieren, zum Beispiel Predictive Maintenance.

Auf welche Bereiche legt ABB dabei ihren Fokus?

Bereits heute erzielt ABB mehr als 55 % ihres Umsatzes mit digitalen Angeboten. Immer mehr Geräte und Systeme erbringen Teile ihrer Funktionalität durch Software. Digitale Lösungen finden sich in allen vier Divisionen. Deshalb hat ABB um den Chief Digital Officer Guido Jouret ein Team geschaffen, dass alle Geschäftsbereiche auf ihrem Weg in die Digitalisierung unterstützt, Synergien nutzt und verhindert, das das Rad mehrfach neu erfunden wird.

Ein Teil von ABB Ability ist die virtuelle Inbetriebnahme in 4D. Wie funktioniert das?

Die Komponenten einer Automatisierungslösung wie Roboter, Speicherprogrammierbare Steuerung, Antriebe, werden durch entsprechende Modelle in der virtuellen Umgebung dargestellt und können so miteinander interagieren, ohne physisch installiert zu sein. Diese virtuellen Geräte verhalten sich exakt gleich wie die echten. Dadurch kann das Verhalten einer Installation überprüft und optimiert werden, bevor sie gebaut wird. So werden Fehler in der Auslegung und der Automatisierungssoftware korrigiert, ohne dass Energie, Finanzmittel und Material verbraucht werden. Solche vorgeprüften Lösungen weisen in der Inbetriebnahme und auch im Betrieb wesentlich weniger Fehler auf, so dass sich sowohl die Zeit für die Inbetriebnahme als auch die Ausfallwahrscheinlichkeit im Betrieb verringert.

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Über den Autor

 Sariana Kunze

Sariana Kunze

Fachredakteurin Automatisierung, Vogel Commnications Group GmbH & Co. KG